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Was genau ist Prostatakrebs und wie entsteht er?
Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, ist eine bösartige Veränderung von Drüsenzellen in der Prostata. Diese kleine Drüse bei Männern befindet sich unterhalb der Harnblase und ist Teil des Fortpflanzungssystems – sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Wenn sich hier Zellen unkontrolliert vermehren, kann ein Karzinom entstehen. Prostatakrebs ist dabei die häufigste solide Krebserkrankung bei Männern in der westlichen Welt und tritt vorwiegend im höheren Lebensalter auf.
Ab wann sollten Männer zur Vorsorgeuntersuchung gehen?
Heute setzt man auf eine risikoadaptierte Früherkennung, das heißt, die Vorsorge wird an das persönliche Risiko jedes Mannes angepasst. Männer ohne besondere Risikofaktoren sollten ab 50 Jahren zur Vorsorge, wobei dann anhand des PSA-Werts das weitere Intervall für die weiteren Kontrollen festgelegt wird. Für Männer mit erhöhtem Risiko, etwa bei familiärer Vorbelastung, wird schon ab 45 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung empfohlen.
Gibt es Maßnahmen, die jeder Mann ergreifen kann, um das Risiko zu senken?
Ja, eine gesunde Lebensweise spielt eine wichtige Rolle, um das Risiko für Prostatakrebs zu senken. Zwar gibt es kein spezielles „Superfood“ oder eine bestimmte Sportart, die vor dieser Krebsart schützt, doch gesunde Ernährung und Bewegung unterstützen nachweislich die Gesundheit und senken das Krebsrisiko. Empfehlungen für eine krebspräventive Lebensweise umfassen:
- Abwechslungsreiche, mediterrane Ernährung: reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Olivenöl und Nüssen; wenig rotes Fleisch und verarbeitete Lebensmittel
- Alkohol nur in Maßen und Verzicht auf Rauchen: Beide Faktoren erhöhen das Risiko für zahlreiche Krebsarten.
- Regelmäßige Bewegung: Bereits 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche, wie Spazierengehen oder Radfahren, wirken positiv auf das Herz-Kreislauf-System und stärken das Immunsystem.
Diese Lebensweise fördert das allgemeine Wohlbefinden und unterstützt die Prävention von Krebserkrankungen im Allgemeinen.
Was gibt es Neues aus der Forschung an der Med Uni Graz?
An der Med Uni Graz arbeiten wir kontinuierlich an innovativen Ansätzen zur Prostatakrebsdiagnostik und -therapie. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf der „Fusionsbiopsie“, einer modernen Methode zur sicheren Diagnose von Prostatakarzinomen. Hierbei kombinieren wir das multiparametrische MRT mit Ultraschallbildern, um Gewebeproben gezielter entnehmen zu können. Dies ermöglicht eine präzisere Diagnose und erhöht die Sicherheit für die Patienten. Auch kann man das MRT nutzen, um unnötige Biopsien zu vermeiden.
Darüber hinaus erforschen wir die Behandlungsergebnisse aus Sicht der Patienten, sogenannte „Patient-Reported Outcomes“. Dabei analysieren wir, wie Patienten unsere Therapien wahrnehmen und welche spezifischen Bedürfnisse sie haben. Mit diesen Erkenntnissen können wir die Behandlungsansätze weiter individualisieren und die Lebensqualität der Patienten in den Mittelpunkt rücken. Hier wurde eine eigene Professur für urologische Versorgungsforschung eingerichtet.
Was zeichnet die modernen Diagnose- und Behandlungsansätze aus?
Heute werden Diagnose und Therapie von Prostatakrebs immer individueller auf den Patienten zugeschnitten. Wir berücksichtigen dabei das persönliche Risikoprofil, die Lebenssituation und die Wünsche jedes einzelnen Patienten. So reicht das Behandlungsspektrum von aktiver Überwachung und engmaschigen Kontrollen bei Tumoren mit einem niedrigen Risikoprofil bzw. Aggressivität bis hin zu operativen Eingriffen oder Bestrahlung bei aggressiveren Formen. Perspektivisch werden auch genetische Tests eine noch gezieltere Behandlungsentscheidung ermöglichen und so die Versorgungsqualität weiter verbessern.
Welche Bedeutung hat der Movember für die Aufklärung über Prostatakrebs?
Der Movember hat eine enorme Wirkung auf das Bewusstsein für Männergesundheit. Durch diesen Aktionsmonat werden Themen wie Prostatakrebs, Vorsorge und Prävention in die Öffentlichkeit getragen und erhalten so die nötige Aufmerksamkeit, die es braucht, um Vorsorge und Forschung weiter voranzubringen. Für Männer ist es wichtig, ihre Gesundheit genauso ernst zu nehmen und frühzeitig zur Vorsorge zu gehen. In Graz und weltweit setzen wir alles daran, die Behandlung von Prostatakrebs zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu steigern, denn heutzutage muss kein Mann mehr an einem Prostatakarzinom versterben.
Den Podcast mit Conrad Leitsmann zum Nachhören gibt es https://springermedizin-hoergang.podigee.io/225-conrad-leitsmann\" target=\"_blank\">hier.
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Multizentrische randomisierte klinische Phase-3-Studie
Der Übergang vom Fötus zum Neugeborenen ist ein komplexer Prozess, bei dem Atmung und Kreislauf umgestellt werden. Etwa 10 % der Neugeborenen benötigen nach der Geburt eine Atemunterstützung bzw. zusätzlichen Sauerstoff. Manche Frühgeborene erreichen die empfohlenen Sauerstoffwerte nicht, was ihr Risiko für Hirnblutungen und Todesfälle erhöht. Untersuchungen zeigen, dass die Gewebssauerstoffsättigung des Gehirns unmittelbar nach der Geburt rascher ihr Plateau erreicht als die allgemeine Sauerstoffsättigung, was eine bevorzugte Durchblutung des Gehirns vermuten lässt. In einer vorangegangenen Studie rund um Gerhard Pichler konnte durch gezielte Überwachung der Gehirnsauerstoffsättigung (crSO2) in Verbindung mit speziellen Behandlungsrichtlinien in den ersten 15 Minuten nach der Geburt ein Sauerstoffmangel im Gehirn um 55,4 % verringert werden. Die Wirkung dieser neuen Methode auf das Überleben und das Risiko von Gehirnschädigungen bei Frühgeborenen blieb jedoch unklar. Daher prüfte das Forschungsteam in einer neuen Studie mit internationaler Beteiligung, ob die gezielte crSO2-Überwachung in Verbindung mit speziellen Behandlungsrichtlinien das Überleben ohne Hirnschäden bei Frühgeborenen verbessern kann.
Wir gratulieren recht herzlich zur Auszeichnung!
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Akute Bedrohung: Keuchhusten als Schwerpunkt
Keuchhusten ist weltweit wieder auf dem Vormarsch, auch in Österreich und anderen europäischen Ländern wurde seit 2023 ein deutlicher Anstieg verzeichnet. Die Eröffnung des Impftages übernimmt Pertussis-Experte Carl Heinz Wirsing von König (Deutschland), der auf die Dringlichkeit dieses Problems eingeht. Seine Einschätzungen werden durch Erfahrungen aus Graz ergänzt: Markus Keldorfer von der Medizinischen Universität Graz berichtet über aktuelle Fälle auf der Kinderintensivstation. Impfexpertin Andrea Grisold, Med Uni Graz, gibt Einblicke in die epidemiologische Situation in der Steiermark und Daniela Goritschan vom Gesundheitsamt der Stadt Graz erklärt Maßnahmen zur Eindämmung von Ausbrüchen wie Pertussis oder Masern.
Schutz für Schwangere und Neugeborene im Fokus
Eine besonders wichtige Rolle spielt die Impfung in der Schwangerschaft – eine entscheidende Maßnahme, um bereits Neugeborene vor Keuchhusten zu schützen. Herbert Fluhr, Universitätsprofessor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Med Uni Graz, informiert über die aktuellen Impfempfehlungen für Schwangere und die damit verbundenen Schutzmechanismen für die Jüngsten.
Podiumsdiskussion: Wie lassen sich Impfraten erhöhen?
Ein weiteres Highlight des Grazer Impftages ist die Podiumsdiskussion „Was braucht es, um Impfraten zu erhöhen?“, die sich den Herausforderungen und Perspektiven für einen breiteren Impfschutz widmet. Vertreter*innen aus dem Gesundheitswesen, darunter Maria Paulke Korinek (BMSGPK), Ulrich Radda (ÖGK), Gerhard Kobinger (Österreichische Apothekerkammer) und Michael Sacherer (Ärztekammer Steiermark), werden ihre Sichtweisen und Lösungen diskutieren.
Neuerungen im österreichischen Impfplan und aktuelle Entwicklungen
Auch der österreichische Impfplan wird jährlich angepasst, um neueste epidemiologische Erkenntnisse und neue Impfstoffe zu integrieren. Maria Paulke Korinek (BMSGPK) gibt Einblicke in die diesjährigen Updates, wobei die RSV-Prophylaxe als besonders relevant hervorgehoben wird. Hierzu wird Monika Redlberger-Fritz, Medizinische Universität Wien, über die neuesten Entwicklungen berichten.
Schutz vor Reiseinfektionen und neue Impfungen
Hermann Laferl von der Klinik Favoriten informiert in einem speziellen Vortrag über reisemedizinische Impfungen. Ein weiteres Highlight ist die Vorstellung einer neuen Chikungunya-Impfung durch Angelika Wagner von der Medizinischen Universität Wien, die Reisende vor dieser tropischen Erkrankung schützen soll.
Der Grazer Impftag ist eine unverzichtbare Plattform für alle, die sich über Impfungen und Infektionsschutz informieren möchten – eine Gelegenheit, Wissen auszutauschen und Antworten auf drängende Fragen der Immunprävention zu finden.
15. Grazer Impftag: Geschützt daheim und weit weg
Termin: 9. November 2024 Ort: Hotel Novapark, Fischeraustraße 22, 8051 Graz (Präsenz und virtuell)
Der Musikverein vergibt für das Orchesterkonzert der Grazer Philharmoniker mit Vassilis Christopoulos zwei Karten.
Zeit: 26.11.2024, 19:30 Uhr
Ort: Stefaniensaal
Wer gewinnen möchte, schickt ein E-Mail mit dem Betreff \"Gewinnspiel\" an presse@medunigraz.at - der*die Erste gewinnt - viel Glück!
Details finden Sie https://musikverein-graz.at/konzerte/26-11-2024-vassilis-christopoulos-grazer-philharmoniker-anton-gerzenberg/\" target=\"_blank\">hier.
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Ein aufwändig erarbeitetes Bühnenbild, ein abgedunkelter Hörsaal und modernste medizinische Simulationstechnik ließen das Szenario auch für die Anwesenden sehr echt wirken: Ein Bauarbeiter stürzt aus mehreren Metern Höhe von einem Gerüst, hat massive Blutungen, mehrere Knochenbrüche und muss sogar intubiert werden. Ein Szenario, dass sehr viel medizinische Fähigkeiten und ein rasches Eingreifen, aber vor allem ein eingespieltes Team benötigt.
Den Studierenden der Med Uni Graz wurde veranschaulicht, wie wichtig effiziente Kommunikation, Aufgabenverteilung und das Agieren als Einheit während solcher Notsituationen ist, um so für Patient*innen die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
Durch die Teilnahme an notfallmedizinischen Wettkämpfen und das regelmäßige Training profitiert das derzeit ca. 10-köpfige multiprofessionelle Team bestehend aus Medizinstudent*innen, Pflegekräften und Jungmediziner*innen vor allem in ihrer täglichen Arbeit, sei es im präklinischen Bereich oder im Krankenhausalltag.
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl, Med Uni Graz Vizerektoren Alexander Rosenkranz und Erwin Petek sowie KAGes-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark und KAGes Vorstand für Finanzen und Technik Ulf Drabek zeigten sich begeistert von der Performance und den Leistungen des Wettkampfteams. „Die herausragenden Erfolge des Wettkampfteams zeigen das große Engagement und die Fachkompetenz unserer Mitarbeiter*innen und Studierenden. Sie unterstreichen, wie wichtig professionelles Training und guter Teamgeist für die Notfallversorgung sind“, so etwa Vizerektor Alexander Rosenkranz, der als \"Hausherr\" und in Vertretung von Rektorin Andrea Kurz durch die Veranstaltung führte.
„Neben fachlichem Wissen und technischen Fertigkeiten ist es besonders unser Teamwork, das wir regelmäßig trainieren und das unser Team auszeichnet“, betont Teamleiter Bernhard Kowalski die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit und bedankt sich für die laufende Unterstützung durch die Med Uni Graz und die KAGes.
Im Anschluss an den Showcase ging es für das Wettkampfteam bereits weiter zur Competition des Europäisches Rates für Wiederbelebung (Europameisterschaft der Wiederbelebung) nach Athen sowie Mitte November als einziges europäisches Team nach persönlicher Einladung auf Grund der bisherigen Erfolge zur ALS (Advanced Live Support) Competition nach Miami-Dade.
Die Anwesenden wünschten ihnen bei einem gemeinsamen Get-Together alles Gute und viel Erfolg für die anstehenden Wettkämpfe.
Fotos: Helmut Lunghammer
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Obwohl sich die Möglichkeiten zur Behandlung der Erkrankung in der jüngeren Vergangenheit verbessert haben, gibt es weiterhin Platz für Fortschritte, schrieben jetzt (24. Oktober) der US-Kardiologe Scott Solomon (Brigham and Women's Hospital der Harvard Medical School/Boston) und seine Co-Autoren im weltweit angesehensten Medizin-Fachjournal \"New England Journal of Medicine\".
Etablierte medikamentöse Therapie
Für die medikamentöse Behandlung der chronischen Herzschwäche existiert mit den sogenannten ACE-Hemmern, Betablockern und Entwässerungsmitteln (Diuretika) faktisch seit Jahrzehnten eine etablierte medikamentöse Therapie. Hinzu kamen für Betroffene auch noch sogenannte Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten. Sie wirken als Gegenspieler zu dem in den Nebennieren gebildeten Hormon Aldosteron und entlasten über eine vermehrte Entwässerung ebenfalls das Herz. Sie haben auch einen antientzündlichen Effekt. Ein solcher Wirkstoff ist das seit langem bekannte Finerenon.
\"Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten mildern die Schwere der Erkrankung und die Mortalität bei Herzschwächepatienten mit verringerter Auswurfleistung des Herzens, ihr Effekt bei nur wenig verringerter oder erhaltener Ejektionsfraktion wurde aber noch nicht belegt (...)\", schrieben die Wissenschafter. Sie planten daher eine große internationale Studie unter Verwendung von Finerenon zusätzlich zur sonstigen Therapie und mit Placebo-Gruppen-Vergleich.
Die Probanden mussten an Herzschwäche mit erhaltener oder wenig reduzierter Ejektionsfraktion der linken Herzkammer leiden. Die Hälfte der Probanden bekam zusätzlich das getestete Medikament (maximal 20 oder 40 Milligramm Finerenon pro Tag), die andere Hälfte ein Placebo. Insgesamt nahmen 6.001 Patienten an der Untersuchung teil.
Um 16 Prozent weniger plötzliche Verschlechterungen
Die mittlere Beobachtungszeit der Patienten betrug 32 Monate. Gemessen wurde, wie häufig es in den beiden Probandengruppen zu ungeplanten Spitalsaufenthalten oder Notfallambulanzbesuchen wegen Herzschwäche und/oder zu Herz-Kreislauf-Todesfällen kam. Die Ergebnisse sprechen ziemlich eindeutig für eine Ausdehnung der Verwendung von Finerenon auch für Herzinsuffizienz-Patienten mit nicht beeinträchtigter Auswurfleistung des Herzens.
In der Gruppe, welche das echte Medikament zusätzlich erhielt, gab es um 16 Prozent weniger plötzliche Verschlechterungen des Gesundheitszustandes und Herz-Kreislauf-Todesfälle als in der Placebo-Gruppe. Das war statistisch signifikant. Auch bei den ungeplanten Hospitalisierungen und Notambulanz-Frequenzen zeigte sich eine Reduktion um statistisch signifikante 18 Prozent. Bei den Nebenwirkungen zeigten sich zwischen den Vergleichsgruppen keine wesentlichen Unterschiede. Die Verwendung von Finerenon bei Kranken mit chronischer Herzinsuffizienz könnte damit in Zukunft noch erweitert werden.
Textnachweis: https://science.apa.at/power-search/14010814975005577219\" title=\"APA-Science\">APA-Science vom 28.10.2024
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Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Aula der Alten Universität verliehen Landeshauptmann Christopher Drexler und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang diese hohe Auszeichnung als Zeichen der Wertschätzung und des Respekts. „Wenn wir von Menschen sagen dürfen, sie hätten sich um etwas verdient gemacht, so hören wir darin unsere Bewunderung für das Besondere, das sie uns geschenkt haben,“ zollte Landeshauptmann Christopher Drexler den Geehrten in seiner Rede Respekt. Dieser Gedanke beschreibt das Wirken der Geehrten treffend, denn sie alle haben mit ihrem Lebenswerk einen wertvollen Beitrag geleistet, der weit über den akademischen und medizinischen Alltag hinaus Beachtung findet.
Die Med Uni Graz möchte den Professoren zu dieser besonderen Ehrung gratulieren und ihr Engagement und ihre Verdienste würdigen:
Günther Erich Klein: Als einer der führenden Köpfe der interventionellen Neuroradiologie hat Günther Klein in Graz neue Therapiemöglichkeiten für Schlaganfallpatient*innen erschlossen und als Erster in Österreich erfolgreich Stents zur Behandlung von Gefäßverschlüssen im Gehirn implantiert. Seine Pionierarbeit und sein fortwährendes Engagement in der Neurointervention haben nicht nur das Fachgebiet geprägt, sondern unzähligen Patient*innen innovative Behandlungsoptionen eröffnet.
Günter Josef Krejs: Er hat sich international einen Namen in der Inneren Medizin und besonders in der Gastroenterologie gemacht. Nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Forschung und Lehre in den USA kehrte Günter Josef Krejs nach Graz zurück, wo er als Professor für Innere Medizin tätig war. Darüber hinaus hat er das österreichische Gesundheitswesen durch seine Mitgliedschaft im Obersten Sanitätsrat wesentlich beeinflusst und sich in zahlreichen weiteren Funktionen für die ärztliche Aus- und Weiterbildung engagiert.
Johann Pfeifer: Mit großem medizinischen Wissen und unermüdlichem Einsatz hat Johann Pfeifer das Fachgebiet der Koloproktologie in Österreich geprägt. Als erster Chirurg in Österreich implantierte er eine künstliche Darmschließmuskelprothese und war der erste österreichische Arzt, der die europäische Facharztprüfung für Koloproktologie ablegte. Neben seiner klinischen Arbeit widmete er sich der humanitären Hilfe und brachte in Nigeria sein Wissen und Können für die medizinische Versorgung der Bevölkerung ein.
Karl Pummer: Als Leiter der Universitätsklinik für Urologie in Graz und Mitglied internationaler Leitlinienkommissionen hat Karl Pummer durch seine Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur modernen Urologie geleistet. Seine wissenschaftliche Arbeit in der Krebsprävention und sein Engagement in der Österreichischen Krebshilfe sind nur einige Beispiele seines umfassenden Einsatzes. Durch internationale Kooperationen und seine Beteiligung an zahlreichen Fachkongressen hat er die medizinische Community weltweit bereichert.
Werner Zenz: Mit über 35 Jahren Erfahrung in der Pädiatrie hat Werner Zenz das Fachgebiet der Kinder- und Jugendheilkunde in Graz entscheidend geprägt. Seine Forschung zu Meningokokken-Infektionen und Impfungen sowie seine langjährige Leitung des Grazer Impftages sind Meilensteine in der österreichischen Kinderheilkunde. Als Mitglied im Nationalen Impfgremium hat er zudem wertvolle Beiträge zur Gesundheitspolitik und Impfstrategie Österreichs geleistet.
Die Medizinische Universität Graz ist dankbar, dass diese renommierten Persönlichkeiten ihr Wissen, ihre Hingabe und ihren Forschergeist über Jahrzehnte in den Dienst der Wissenschaft und der Gesellschaft gestellt haben. Ihre Arbeit und ihr Engagement werden uns auch in Zukunft inspirieren.
Bildnachweis: Land Steiermark/Foto Fischer
Aktuelle Entwicklungen im Bereich Trinkwasser standen im Mittelpunkt zweier spannender Veranstaltungen in der Steinhalle Lannach. Am 10. Oktober fand der Informationstag \"Trinkwasser 2024\", veranstaltet vom Steirischen Wasserversorgungsverband in Zusammenarbeit mit der ÖVGW und Partnern der Trinkwasserwirtschaft, statt. Am darauffolgenden Tag wurde die Jubiläumsveranstaltung der Schulungsinitiative für kleine Trinkwasserversorger, veranstaltet von ecoversum und dem Land Steiermark, abgehalten.
Das https://hygiene.medunigraz.at/\">Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz war mit einem engagierten Team als Aussteller vertreten. Die Mitarbeiter*innen der nach EN ISO/IEC 17025 und EN ISO/IEC 17020 akkreditierten https://hygiene.medunigraz.at/wasserhygiene\">Prüf- und Inspektionsstelle (PSID 0211) präsentierten ihre Expertise rund um die Untersuchung von Trink-, Bade- und Oberflächenwasser.
Besonders großes Interesse galt dem vielfältigen https://hygiene.medunigraz.at/wasserhygiene\">Leistungsspektrum der Wasserhygiene. Besucher*innen erhielten fundierte Beratung zu Themen wie Trinkwasserprüfungen und -gutachten – sei es für private Hausbrunnen, Badegewässer oder spezifische Untersuchungen wie Heizungswasser. Alle Fragen wurden umfassend und kompetent beantwortet.
Fotonachweis: Petru Rimovetz & Ariana Berisha
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Forschungsansätze von RESPImmun
PhD-Student Rishi Rajesh erforscht beispielsweise anti-fibrotische Wirkstoffe in der Lunge. „Im Rahmen meines Dissertationsprojekts versuche ich, Mechanismen zu erforschen, die in Zukunft eine verbesserte therapeutische Intervention bei Lungenfibrose erlauben. Ziel ist es aber nicht nur, Lungenfibrose selbst behandeln zu können, sondern auch, Begleiterkrankungen zu lindern.“
Das Projekt von Alankrita Rani wiederum hat einen gänzlich anderen Ansatz. „Ich erforsche sogenannte High-Density-Lipoproteine, die als Nanopartikel eine bedeutende Rolle bei biologischen Prozessen im Körper spielen. So haben sie das immunmodulatorische Potenzial von synthetischen Lipoproteinnanopartikeln. Wir erhoffen uns dadurch, einen Wirkstoff für Lungenentzündungen und eosinophile Asthmaerkrankungen zu erforschen.“
Auch Methoden wie Mikroskopie, Zellfärbungen und computerunterstützte Analysemethoden kommen zum Einsatz: „Durch den Einsatz verschiedener Methoden können wir ein besseres Verständnis von arteriellen Immunzellaktivitäten bei chronischer Lungenerkrankungen erhalten“, meint etwa PhD-Student Bernhard Reiter.
Die Erfolgsgeschichte RESPImmun
Das RESPImmun-Programm bietet den Studierenden zahlreiche wertvolle Möglichkeiten zur Vertiefung ihrer Forschungserfahrungen im Kreise internationaler hochrangiger Wissenschafter*innen auf dem Gebiet der Lungenforschung. Ein besonderes Highlight des Programms ist ein mindestens sechsmonatiger Forschungsaufenthalt bei renommierten Kooperationspartner*innen im Ausland. 16 RESPImmun-Studierende der Med Uni Graz, die sich überwiegend im dritten Studienjahr befinden, haben nun teilweise bereits ihre Auslandsaufenthalte begonnen oder stehen kurz vor ihrer Abreise. Die Zieldestinationen reichen von den USA über Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden bis hin zu Schweden.
Talente fördern, Erfolge feiern
Die Programmsprecherin von RESPImmun, Grazyna Kwapiszewska-Marsh, betont die Bedeutung dieser Forschungsaufenthalte für die Entwicklung der Projekte: „Die Studierenden haben die einzigartige Gelegenheit, ihre Forschungsprojekte an renommierten Universitäten weiterzuentwickeln, neue Methoden zu erlernen und ihre Arbeit mit renommierten Wissenschafter*innen zu diskutieren.“ Aber nicht nur die Studierenden profitieren: „Internationale Kooperationen heben die Qualität unserer wissenschaftlichen Publikationen auf ein hohes Niveau. Zudem bringen die Studierenden wertvolle Techniken und Ideen zurück, die auch an der Med Uni Graz eingesetzt werden können“, so Grazyna Kwapiszewska-Marsh weiter. Solche Kooperationen mit international ausgezeichneten Universitäten tragen auch zusätzlich zur Profilbildung der Med Uni Graz bei. „Wir wissen, dass gerade Kooperationen, die sich aus PhD-Projekten entwickelt haben, noch viel länger und erfolgreich bestehen bleiben, also weit über die Ausbildungszeit der Studierenden hinaus“, erklärt Christian Wadsack, Projektleiter für den Bereich Internationalisierung und Forschung.
Um Forschungsaufenthalte zu finanzieren, müssen PhD-Studierende in einem hart umkämpften Umfeld erfolgreich externe Forschungsgelder einwerben. Die RESPImmun-Studierenden waren hierbei besonders erfolgreich: Bis heute haben die 16 PhD-Studierenden insgesamt 24 Forschungspreise zur Finanzierung ihrer Auslandsaufenthalte erhalten. Achtmal konnte hierbei etwa das Marietta-Blau-Stipendium der Agentur für Bildung und Internationalisierung, viermal das Marshallplan-Stipendium der Austrian Marshall Plan Foundation an RESPImmun-Studierende vergeben werden. Weiters konnten auch Preise wie der EMBO Scientific Exchange Grant, der ÖGP Travel Grant der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie oder der EULAR Scientific Training Grant der European Alliance of Associations for Rheumatology eingeworben werden.
Ko-Sprecher Akos Heinemann zeigt sich stolz auf diesen Erfolg und unterstreicht: „Das Einwerben von Drittmitteln ist eine enorm wertvolle Erfahrung für unsere Studierenden. Eine solide Finanzierung ist entscheidend, damit sich die PhD-Studierenden voll und ganz auf ihre Forschungsarbeit im Ausland konzentrieren können und ihre Dissertationsprojekte erfolgreich vorantreiben.“
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https://ris.medunigraz.at/de/persons/8b13d6ce-c726-44b7-8059-4ad2174028fe\" title=\"Thomas Pieber\">Thomas Pieber: Sobald eine Zelle oder ein neues Lebewesen entsteht, setzt parallel zum Aufbau des Lebens auch schon der Alterungsprozess ein. In der Evolution sind deshalb zur Erhaltung des Lebens unzählige Mechanismen eingebaut worden, die einem zu schnellem Alterungsprozess entgegenwirken. Auch wir Menschen haben in unserem gesamten biologischen System ein Gegengewicht zum Alterungsprozess. Durch unsere Forschung wollen wir diese Mechanismen besser verstehen und versuchen, sie uns nutzbar zu machen, um den Alterungsprozess zu modifizieren.
APA-Science: Mit welchem Ziel: Die Lebensspanne zu verlängern?
Pieber: Vor allem, die gesunde Lebensspanne zu verlängern und so etwas wie \"gesundes Altern\" zu bewirken. Unser Ziel ist, den Anteil der Menschen, die an einem gesunden Alterungsprozess teilhaben können, zu erhöhen. Wir haben auf der ganzen Welt zwar eine steigende Lebenserwartung, aber man muss sie von gesunder Lebenserwartung auseinanderhalten. Wir wollen ja nicht in Krankheit alt werden und länger mit diversen chronischen Krankheiten leben.
Frank Madeo: Je älter wir werden, desto mehr Gewicht legen wir zu - dies gilt für fast alle Menschen. Übergewicht führt zu schlechterer Mobilität und diese ist selbst ein Alterungsbeschleuniger, was einen Teufelskreis darstellt. Der Excellenzcluster MetAGE bietet die einzigartige Chance, diesen Teufelskreis besser zu verstehen und zu unterbrechen.
APA-Science: Sie wollen also bewirken, dass diese gesunden Prozesse länger anhalten und Reparaturmechanismen ein bisschen effektiver sind?
Pieber: Ja genau, das ist das konkrete Ziel von MetAGE und vielen anderen internationalen Forschergruppen. Wir müssen diese Prozesse zunächst einmal grundlegend verstehen, dann wissen wir, wie wir die Zellerneuerung verbessern könnten. Wir haben in unserer Lebensspanne ja sehr viel Regeneration: Zellen etwa in der Leber, den Nieren, der Haut und im Blut erfüllen ihre Funktion und müssen dann irgendwann erneuert werden. Dieser Erneuerungsprozess ist sehr geregelt, indem die Zelle, die nicht mehr gut funktioniert, erkannt wird und sich durch kontrollierten Zelltod, den man \"Apoptose\" nennt, selbst ausschaltet. Sie wird anschließend durch eine neue Zelle ersetzt. Das Ganze muss quasi unmerklich passieren. Dieser Regenerationsprozess ist einer der Schlüsselprozesse, den wir uns ansehen, um schließlich die Regenerationsfähigkeit verbessern zu können.
APA-Science: Verändert das Altern umgekehrt die Stoffwechselprozesse im Körper und den Zellen? Gibt es zum Beispiel Mechanismen, die dem Körper sagen: Du bist jetzt 60 Jahre alt und musst diesen und jenen Stoffwechsel haben, und nicht mehr den eines 20-jährigen?
Pieber: Die gibt es tatsächlich. Es gibt einen Alterungsprozess, der durch das Leben von sich aus ausgelöst wird. Er wird durch schädliche kosmische Strahlung verstärkt, durch das UV-Licht der Sonne und Abnutzung. Auch bei der Verdopplung der DNA im Zellwachstum kommen immer wieder Fehler vor. In der modernen Zeit kamen schädliche Substanzen aus der Umweltbelastung dazu, zum Beispiel Feinstaub in der Luft, Mikroplastik und verschiedene Toxine (Giftstoffe, Anm.). Auch solche Belastungen wirken dem Regenerationsprozess entgegen.
APA-Science: Und sie wollen diesen Regenerationsprozess stärken und optimieren?
Pieber: Genau, damit wir eine längere gesunde Lebensspanne gewinnen.
APA-Science: Wie könnte das funktionieren?
Pieber: Ein ganz wichtiger Regulator ist die Energiebilanz des Körpers. In unserer ganzen Evolution war nicht Überfluss der Antreiber von Weiterentwicklung, sondern Ressourcenknappheit. Wir Menschen haben einen wunderbaren Organismus, der den Energiehaushalt optimiert hat. Mindestens dreimal in der menschlichen Entwicklungsgeschichte waren die Nahrungsmittel so knapp, dass wir beinahe ausgestorben wären. Das weiß man, weil diese Perioden Spuren auf unserem Erbgut hinterlassen haben. Diese Optimierung fällt uns jetzt aber auf den Kopf. Heutzutage haben wir in den Industriestaaten, Schwellenländern und teils sogar Entwicklungsländern einen Überfluss an Nahrungsmitteln und der Energiezufuhr. Das bringt uns unweigerlich das Problem des Übergewichts. Dieses beschleunigt, wie zuvor erwähnt, wiederum den Alterungsprozess und fördert die sogenannten modernen Zivilisationskrankheiten. Wir haben in Österreich und der gesamten westlichen Welt zwar eine höhere Lebenserwartung als früher, aber keine höhere gesunde Lebenserwartung.
APA-Science: Was kann man dagegen tun - einfach weniger essen?
Pieber: Es klingt am Anfang ein bisschen paradox, aber eine vorübergehende Energieknappheit, die nicht zu groß, zu lange, und zu ausgeprägt ist, führt zu einer Verbesserung des Stoffwechsels und nicht zu einer Verschlechterung. Diese kann man mittels Fastens bewirken. Unser Organismus funktioniert also besser, wenn wir nicht dauernd Energie zuführen.
APA-Science: Kann man also selbst bei Idealgewicht, wenn man regelmäßig fastet, also teilweise sogar so etwas wie Mangelernährung herbeiführt, das gesunde Altern verbessern?
Pieber: So ist es auf den Punkt gebracht! Ein Mensch der normalgewichtig ist und regelmäßig isst, ist weniger \"stoffwechselgesund\" als jemand, der ab und an Fastenzeiten einlegt.
APA-Science: Was passiert beim Energiemangel durch Fasten im Körper?
Pieber: Wenn man 14 bis 24 Stunden fastet, verändert sich der Stoffwechsel grundlegend. Die einzelnen Zellen nutzen zunächst einmal die Überbleibsel, die sie gehortet haben. Sie besitzen so etwas wie Müllsäcke, und zwar kleine, von Membranen umhüllte Körperchen, die man \"Autophagosomen\" nennt. Darin werden fehlerhafte Eiweißstoffe und schädliche Stoffwechselprodukte verpackt. Diese Müllsäcke verschmelzen dann mit den \"Lysosomen\", dem Magen der Zelle, welcher den Müll quasi verbrennt, um so Energie zu gewinnen. Diesen Prozess nennt man \"Autophagie\". Zusätzlich wird eine Regeneration der Mitochondrien ausgelöst - diese Organellen sind die \"Kraftwerke\" in den Zellen und zentral für den Energiestoffwechsel. In Versuchen hat sich gezeigt, dass das Anstoßen der Autophagie, also dieser Selbstreinigung in den Zellen, bei Hefen, Würmern, Fruchtfliegen und Mäusen lebensverlängernd wirkt.
APA-Science: Bei Menschen ist dies wahrscheinlich nicht anders, oder?
Pieber: Genau, wir sind da wahrscheinlich keine Ausnahme. Es ist wohl kein Zufall, dass Fasten in jeder Weltreligion ein Teil des Lebensrhythmus ist. Im Christentum, dem Islam und Buddhismus gibt es beispielsweise überall Phasen, wo man sich aus religiösen Aspekten eine Reduktion der Kalorienzufuhr auferlegt, was sehr oft mit einem Selbstreinigungsprozess assoziiert ist. Darin liegt also faszinierenderweise ein Körnchen Wahrheit. Diese Selbstreinigung spielt tatsächlich in der Molekularbiologie und der Grundlagenforschung des Alterns eine entscheidende Rolle.
APA-Science: Kann die Grundlagen- und medizinische Forschung schon beantworten, wie genau man fasten sollte?
Pieber: Hier gibt es noch viele offene Forschungsfragen. Zum Beispiel, wie oft man fasten sollte, und ob es besser ist, 16 oder 24 Stunden Null Kalorien zuzuführen, oder man etwa auch ein paar Hundert Kalorien essen darf. Ob man besser ein Frühstück zu sich nimmt und den Rest des Tages fastet, oder überhaupt erst am Abend essen sollte. Es ist auch noch nicht klar, ob man leichter mit Fastenperioden dauerhaft Gewicht abnimmt, oder bei Diäten mit Kalorienrestriktionen. Es gibt hierfür viele Vermutungen und Einzelbeobachtungen, die aber noch kein schlüssiges Bild ergeben.
Es gibt auch bei Mensch und Tier unterschiedliche \"Chronotypen\", also etwa die sogenannten Morgen- und Abendmenschen. Vielleicht brauchen diese sogar unterschiedliche Empfehlungen.
APA-Science: Kann man die Alterungsprozesse auch mit Nahrungsergänzungsmitteln und pharmazeutischen Interventionen verändern.
Pieber: Wir Menschen hätten natürlich gerne irgendeinen Trick, zum Beispiel ein Nahrungsergänzungsmittel, mit dem man sich das etwas mühsamere Fasten sparen könnte, für das man doch einige Motivation und Selbstdisziplin aufbringen muss. Wir wissen, dass Autophagie nicht nur durch Fasten, sondern auch durch gewisse Substanzen wie Spermidin ausgelöst wird. Wir wissen aber nicht, ob die Prozesse dabei wirklich identisch sind, oder vielleicht sogar eine Kombination von beiden besonders günstig wäre. Das sind genau die Fragen, die wir uns anschauen.
Falls eine solche Substanz tatsächlich Autophagie-Prozesse stärkt, verbessert oder beschleunigt, dann wäre der nächste Schritt daraus ein Medikament zu entwickeln, um damit Alterungsprozesse womöglich günstig beeinflussen. Zum Beispiel in der Muskulatur, beim Herzen gegen Herzschwäche und im Gehirn gegen Demenzerkrankungen.
APA-Science: Weiß man, wie sehr das Altern von der Vererbung und wie sehr von der Umwelt beeinflusst ist?
Pieber: Es gibt einerseits ein \"Startkapital\", das wir als Individuen über unser Erbgut mitbekommen, das wir aber stark über unseren Lebensstil beeinflussen können. Es ist sicher nicht alles vorherbestimmt, sondern Genom und Umwelt interagieren in einem hochkomplexen System. Eine ungesunde Ernährung kann Alterungsprozesse negativ beeinflussen, und es gibt Hinweise, dass dies auch etwa durch Umweltgifte und Feinstaubbelastung passiert. Übergewicht ist sicher eines der größten Probleme. Wir können aufgrund fantastischer zivilisatorischer Leistungen saubere Lebensmittel ohne krankmachende Keime herstellen, früher waren Infektionen über Lebensmittel ein Dauerthema, das ist bei uns heute passé.
Madeo: Aber leider werden immer mehr vorgefertigte Lebensmittel produziert, welche verschiedenste, mitunter ungesunde Beimengungen wie Geschmacksverstärker, Zucker, Weichmacher und Konservierungsstoffe enthalten. Ihre Zusammensetzung und Chemie sind anscheinend so ungesund geartet, dass sie uns in Übergewicht treibt, das wiederum Mitschuld an einer Verkürzung der Lebenserwartung hat.
APA-Science: Wie sehr beeinflusst die Menge an Bewegung die Selbstreinigungsprozesse in den Zellen und das Altern, also ob jemand ein Couch-Potato ist oder hochintensiv Sport betreibt?
Pieber: Dies spielt natürlich eine große Rolle. Die Hälfte unseres Körpergewichts ist als Skelett und Muskelsystem dazu da, dass wir uns in verschiedenster Art bewegen. Wenn wir dies nur mehr sehr wenig tun, hat es massive Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel. Muskelgewebe ist ein wichtiger Energieverbraucher, aber auch ein wichtiger Regulator, wie die Energie genutzt wird. Neben gesundem Essen ist daher körperliche Bewegung essenziell. Wir wissen, dass regelmäßige Bewegung als Alzheimer- und Diabetes-Prophylaxe (Vorbeugung, Anm.) wirkt. Freilich auch gegen Übergewicht.
Wir haben heute leider eine \"adiposogene\" (Fettleibigkeit-begünstigende, Anm.) Umwelt, die es leicht macht, wenig Kalorien zu verbrauchen. Schulweg und Einkauf werden nicht mehr zu Fuß sondern mit dem Auto erledigt, in jedem Haus mit mehr als einem Stockwerk gibt es einen Lift und im öffentlichen Bereich Rolltreppen. Wir haben praktisch auch ständig die Möglichkeit, irgendwelche delikat verpackten, aber ungesunden Lebensmittel zu konsumieren. Die Bequemlichkeit wird gefördert, was das tägliche Leben angenehm macht, aber immer dazu führt, dass wir uns zu wenig bewegen und ungesund essen. Das führt in eine Übergewichts-Spirale, gegen die wir eher als Gesellschaft gegensteuern müssen, als medizinisch.
Das Gespräch führte Jochen Stadler/APA-Science
Textnachweis: https://science.apa.at/power-search/2782881453631218935\" title=\"Textnachweis\">APA-Science vom 21.10.2024
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Der Universitätslehrgang vermittelt sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse, die es den Absolvent*innen ermöglichen, gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) einzugehen. Der erfolgreiche Abschluss dieses Lehrgangs befähigt die Absolvent*innen, Menschen mit ASS in ihrem sozialen und beruflichen Umfeld bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Der praxisorientierte Ansatz sowie die Integration aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse machen den Lehrgang zu einem wertvollen Qualifizierungsweg für Fachleute in diesem Bereich.
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Mit Christa Einspieler verliert die Universität eine herausragende Forscherin und geschätzte Persönlichkeit. Ihre visionären Beiträge zur pränatalen und frühkindlichen Diagnostik haben die medizinische Forschung entscheidend vorangebracht und neue Wege für die medizinische Praxis eröffnet. Ihr Engagement galt nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, den sie mit Begeisterung und Inspiration für ihr Fachgebiet zu gewinnen wusste.
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Univ.-Prof. PD Dr. Markus Gugatschka, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
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", "body": "Auch heuer waren wieder 150 Studierende der Med Uni Graz in der Grazer Innenstadt im Rahmen des „World Restart a Heart Day“ unterwegs, um Passant*innen zu zeigen, wie einfach Wiederbelebung sein kann. Aufgrund des enormen Engagements der Studierenden – 2.654 Personen wurden in lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen trainiert - konnte vergangenen Samstag ein neuer bundesweiter Rekord aufgestellt werden. Diese enorme Zahl zeigt, dass die Med Uni Graz diesbezüglich eine Vorreiterrolle in Österreich einnimmt.
Jede Zehnte Person in Österreich erleidet im Laufe ihres Lebens einen unerwarteten Herzstillstand. Treffen kann es dabei jede und jeden, jederzeit – ungeachtet des Alters. Momentan überleben nur etwa zehn Prozent ein solches Ereignis. Die https://www.drueckmich.at/\" target=\"_blank\">Initiative „Drück mich!“ der https://www.agn.at/\" target=\"_blank\">Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Menschen die Wiederbelebung beizubringen. Dadurch könnten jedes Jahr zusätzlich 1.000 Leben in Österreich gerettet werden – und auch wir als Med Uni Graz sowie unsere Studierenden leisten dabei einen wichtigen Beitrag.
„Es freut uns außerordentlich, dass heuer einerseits ein Rekord an teilnehmenden Studierenden, andererseits ein Rekord an trainierten Personen in Wiederbelebungsmaßnahmen aufgestellt werden konnte. Notfallmedizin und Wiederbelebung haben einen großen Stellenwert in der Lehre der Med Uni Graz. Dass unsere Studierenden diese komplexe Materie der Bevölkerung so effektiv vermitteln können macht uns stolz. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass dieser Aktionstag mindestens einer Person das Leben retten wird“, so https://ris.medunigraz.at/de/persons/c5107282-d113-4a3a-811d-72ccd70fae01\" target=\"_blank\">Michael Eichinger, Mitorganisator des Wahlfaches „Tag der Wiederbelebung“ von der https://anaesthesiologie-1.medunigraz.at/\" target=\"_blank\">Klinischen Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin 1 der Med Uni Graz.
Fotos: Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin
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Oktober ihre Antrittsvorlesungen an der Med Uni Graz abgehalten.", "body": "Zwei neue Professor*innen haben am 17. Oktober ihre Antrittsvorlesungen an der Med Uni Graz abgehalten. Juliana Marotti Großhausen wurde am 01. April 2024 für das Fach Rekonstruktive Zahnmedizin und Digitale Technologien berufen, Nikolaus Kneidinger am 01. Mai 2024 für das Fach Innere Medizin und Pneumologie. Beide neuen Professor*innen haben in der gut besuchten Aula spannende Vorlesungen zu ihren Themen gehalten. Juliana Marotti Großhausen hat die Doppel-Vorlesung mit ihrem Beitrag zum Thema \"Neue Technologien in der Zahnmedizin\" eröffnet, Nikolaus Kneidinger folgte mit seinem Vortrag zum Thema \"Pneumologie - Quo Vadis?\". Die beiden Vortragenden haben es perfekt verstanden, dem gespannten Publikum interessante Einblicke in ihre Forschungs- und Arbeitsgebiete zu geben. Rektorin Andrea Kurz hieß die beiden neuen Professor*innen herzlich willkommen und wünschte ihnen viel Erfolg für ihre neue Aufgabe an der Med Uni Graz.
Steckbrief: Juliana Marotti Großhausen
Juliana Marotti Großhausen, geboren am 2. Dezember 1981 in São Paulo, Brasilien, ist eine renommierte Zahnmedizinerin mit breiter Expertise. Ihr Studium der Zahnmedizin, das sie erfolgreich im Jahr 2005 abschloss, absolvierte sie an der Universität São Paulo (USP). Nach Abschluss ihrer Facharztausbildung an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik der USP im Januar 2009 erweiterte sie ihre Expertise von 2009 bis 2010 als Stipendiatin des International Team for Implantology (ITI) am Katharinenhospital in Stuttgart. Von 2011 bis 2022 war sie an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik der Uniklinik RWTH Aachen tätig. Dort erlangte sie im Jahr 2020 ihre Habilitation mit einer wissenschaftlichen Arbeit zum Einsatz von Ultraschall in der Zahnmedizin. Seit April 2022 bereichert sie als Oberärztin die Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin (Prothetik) an der Universität Basel, Schweiz. Bereits seit 2020 leitet sie die Forschungsgruppe „Digitaler Workflow Michigan-Schiene“, die an innovativen Lösungen für die zahnärztliche Praxis arbeitet.
Ihr Engagement und ihre Expertise wurden auch außerhalb der Universitäten anerkannt. Im Mai 2023 übernahm sie die Leitung eines DFG-Forschungsprojekts an der Uniklinik RWTH Aachen, das sich mit der Messung der bukkalen Knochen- und Mukosa-Dicke mittels Ultraschall und künstlicher Intelligenz in der Implantologie befasst.
Juliana Marotti Großhausen ist eine international anerkannte Expertin und engagiert sich in verschiedenen Fachgesellschaften, Gremien und wissenschaftlichen Gesellschaften. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurde sie bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Friedrich-Wilhelm-Preis für die beste Habilitation der RWTH Aachen.
Steckbrief: Nikolaus Kneidinger
Nikolaus Kneidinger wurde am 13. Oktober 1981 in Linz geboren und entschied sich nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien im Jahr 2008, seine Kenntnisse durch ein Postgraduiertenstudium in Molecular Biology and Medicine of the Lung am renommierten Lungenzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen zu vertiefen. Diesem Studium schloss er ein Fellowship als Excellence-Cluster-Cardio-Pulmonary-System-Stipendiat am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim an.
Seine klinische Ausbildung begann er anschließend an der Medizinischen Klinik und Poliklinik V des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Nach erfolgreichem Abschluss der Facharztausbildung im Jahr 2017 wurde Nikolaus Kneidinger zum Oberarzt ernannt und übernahm Verantwortung für die Bereichsleitungen interventionelle Pneumologie und interstitielle Lungenerkrankungen. Im Jahr 2018 wurde er zum Standortleiter des LMU-Klinikums Großhadern sowie zum stellvertretenden Klinikdirektor befördert. 2016 habilitierte sich Nikolaus Kneidinger an der LMU München im Fach Innere Medizin und als Anerkennung für kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit und Lehrtätigkeit wurde er 2021 zum außerplanmäßigen Professor bestellt.
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Die ausgezeichneten Projekte und Preisträger*innen 2024:
- https://ris.medunigraz.at/de/persons/79e5d88b-c4af-44a2-85a9-8446c0c9d451\">Hanna Luze: \"Beugesehnenverletzungen an der Hand: Eine prospektive Vergleichsstudie von frühfunktionell aktiven und passiven Rehabilitationskonzepten\": SFU Forschungspreis, 1. Platz
- https://ris.medunigraz.at/de/persons/ed99b0a0-777c-42ad-9115-e83a9e96718b\">Michael Kohlhauser: \"Characterization of dermal adipocytes in human wounds\": SFU Wundheilungspreis, 1. Platz
- Jakob Tettmann: \"Autologous Fat Grafting: Efficacy and Safety of Cell-assisted versus Conventional Techniques – A Systematic Review\": SFU Wundheilungspreis, 2. Platz
\"Wir freuen uns sehr, dass abermals Projekte der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Universitätsklinikum Graz, Medizinische Universität Graz ausgezeichnet wurden\", so https://ris.medunigraz.at/de/persons/4f1bc827-80cc-438f-a433-4110b2274d27\">Lars Peter Kamolz, Leiter der Abteilung. Diese Anerkennungen unterstreichen die exzellente Forschung und die herausragenden Leistungen, die an der Medizinischen Universität Graz erbracht werden.
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Im Rahmen des Kongresses der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) vom 16.-18. Oktober, mit über 3500 Teilnehmer*innen, fand der prestigereiche \"David Williams Euro Sim Cup\" statt. Dort bewies das multiprofessionelle Vierer-Team der Med Uni Graz und der KAGes in komplexen Notfallszenarien unter starkem Zeitdruck sein Können und setzte sich gegen zwölf Teams aus ganz Europa durch und holte sich damit den ersten Platz.
Szenarien wie in der Realität
In der Vorrunde meisterte das Team unterschiedlichste Herausforderungen mit kritisch kranken und schwerverletzten Patient*innen, wie beispielsweise die Wiederbelebung eines Kindes nach einer Kohlenstoffdioxidvergiftung, die Behandlung einer schweren allergischen Reaktion und die Versorgung einer jungen Patientin mit lebensbedrohlicher Hormonstörung. Im Finale stellte ein Massenanfall von Verletzten nach einem Heißluftballonabsturz mit über 15 Patient*innen die anspruchsvollste Herausforderung dar. Das Team, bestehend aus Bernhard Kowalski, Nikolaus Schneider, Carola Tamm und Elena Noé konnte sich dabei gegen Frankreich durchsetzen. Bewertet von einer internationalen Fachjury und unterstützt durch modernste Simulationstechnik bewies das Team aus Studierenden und Jungmediziner*innen exzellentes Teamwork und höchste Professionalität.
Erfolg durch Teamwork und regelmäßiges Training
„Unser Erfolg liegt in regelmäßigem Training und unserem ausgeprägten Teamgeist.“, erklärt Teamleiter Bernhard Kowalski. „In Notfällen kommt es auf schnelle Entscheidungen und gute Abstimmung an. Die vielen Trainings helfen uns, unter Zeitdruck Prioritäten zu setzen und so gut wie möglich auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.“
Das Team erzielte nicht nur beim „David Williams Euro Sim Cup“ eine Goldmedaille, sondern erreichte auch beim Paramedic Cup den 1. und 2. Platz. Bei diesem lag der Fokus ganz klar auf der präklinischen Versorgung von schwerkranken Patient*innen und musste als zusätzliche Herausforderung in 2er Teams bewältigt werden. Den ersten Platz belegten Carola Tamm und Elena Noé, dicht gefolgt von Bernhard Kowalski und Jakob Laumer, die sich Silber sicherten. Hierbei half ihnen ihre langjährige Erfahrung als Notfallsanitäter*innen beim Grazer Medizinercorps des Roten Kreuzes, der Bezirksstelle Graz-Stadt.
Darüber hinaus bot der Kongress den Teams eine einzigartige Gelegenheit, sich international zu vernetzen und neue Impulse für die tägliche Patient*innenversorgung zu gewinnen.
Besonders stolz zeigen sich auch Gerhard Stark, KAGes-Vorstandsvorsitzender, Ulf Drabek, Vorstand für Finanzen und Technik, Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen Universität Graz sowie Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und gratulieren dem Team herzlich zum Sieg.
Angespornt durch den großartigen Erfolg richtet das Team den Blick bereits auf die nächsten Herausforderungen Ende Oktober in Athen und Anfang November in Miami.
Fotos: KAGes
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„Wenn das Enzym aber nicht funktioniert, können die Fette nicht mehr abgebaut werden und häufen sich in den Zellen an. Das führt dazu, dass die Zelle nicht mehr funktionieren kann“, sagt https://ris.medunigraz.at/de/persons/2988fa73-5903-473f-90f3-e4a93be83c48\" target=\"_blank\">Dagmar Kratky vom https://forschung.medunigraz.at/fodok/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=4030\">Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie der Med Uni Graz. Die Biochemikerin leitet den https://www.medunigraz.at/themen-projekte/lipidhydrolyse\" target=\"_blank\">Spezialforschungsbereich Lipidhydrolyse, der sich mit dem Verständnis von fettspaltenden Enzymen beschäftigt. 217 solcher Enzyme hat das Team im Spezialforschungsbereich rund um Kratky im Visier. Sie will herausfinden, welche Enzyme welche Fette spalten, um die Prozesse dahinter besser zu verstehen. „Unsere Intention ist es, alle Lipidhydrolasen, die es gibt, zu identifizieren und zu charakterisieren. Wenn man die biochemischen Hintergründe kennt, kann man eingreifen, denn jede Fehlfunktion kann zu einer Stoffwechselerkrankung führen“, sagt Dagmar Kratky und zählt als Beispiele Adipositas, Diabetes und Krebs auf.
Die LAL-Defizienz gilt ebenso als Beispiel, auch wenn sie extrem selten auftritt: Schätzungsweise ist ein Mensch von 40.000 bis zu 300.000 Menschen betroffen. Die Konsequenzen für die wenigen Betroffenen sind aber enorm: Werden Menschen mit der Krankheit geboren, überleben sie ohne Behandlung das erste Lebensjahr nicht. „Säuglinge sterben an Unterernährung, weil das Fett, das in den Zellen angehäuft wird und nicht verstoffwechselt werden kann, keine Energie mehr freisetzen kann“, sagt die Biochemikerin. Aufgrund der Seltenheit wird die Krankheit oft nicht rechtzeitig erkannt, obwohl es eine Therapie gäbe: eine wöchentliche Verabreichung von Ersatzenzymen über den Tropf, lebenslang notwendig und mit Kosten von rund einer Million Euro pro Jahr verbunden. „In vielen Ländern zahlen die Krankenversicherungen diese Behandlung gar nicht. Deshalb suchen wir nach einer Alternative“.
In einer Forschungskooperation mit Institutionen in Frankreich und Kanada arbeitet die Grazer Gruppe an einer Gentherapie. Die Idee ist, Zellen im Körper dazu zu bringen, funktionstüchtige LAL-Enzyme herzustellen. Weil sich unser Organismus aber nicht so leicht Fremdkörper unterjubeln lässt, arbeitet das Forschungsteam mit einem Trick: Um eine Reaktion des Immunsystems zu umgehen, werden genetische Informationen mittels mRNA-Botenstoffen eingebracht – genauso, wie wir es von der Corona-Impfung kennen. „Der Vorteil bei mRNA ist, dass sich keine Autoantikörper bilden. Wenn wir die körpereigenen Zellen dazu bringen, selbst die Enzyme zu bilden, kommt es zu keiner Immunreaktion“, so Dagmar Kratky weiter. Sie gibt aber zu bedenken, dass man erst am Beginn einer möglichen Therapie steht und noch ein langer Weg vor dem Forschungsteam liegt.
Textnachweis: Kleine Zeitung online vom 11.10.2024
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Diese jungen Menschen, die durch ihre akademischen Leistungen und ihre Hingabe an den medizinischen Beruf eine vielversprechende Zukunft vor sich hatten, wurden vom NS-Regime ihrer Chancen beraubt und der Universität verwiesen.
Gegen das Vergessen: Mahnmal für das tragische Schicksal vertriebener Medizinstudierender
Im Rahmen der Verlegungszeremonie wurden zahlreiche persönliche Schicksale und tragische Geschichten in Erinnerung gerufen. So wurde unter anderem Viktor Loewis gedacht. Er war einer der 39 betroffenen Medizinstudierenden und Sohn des Nobelpreisträgers Otto Loewi, nach dem das Otto-Loewi-Forschungszentrum der Med Uni Graz benannt ist. Viktor Loewi konnte sein Medizinstudium zwar noch abschließen, musste jedoch eine Verzichtsleistung zur Ausübung des Berufs versprechen. Sein Vater Otto Loewi, der 1936 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde und als einer der bedeutendsten Neurophysiologen seiner Zeit gilt, konnte trotz seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen seine Familie nicht vor den grausamen Repressionen der Nationalsozialist*innen schützen, denen alle jüdischen Familien ausgesetzt waren.
Bei der Zeremonie anwesend waren auch Angehörige der Familien Singer und Röhr, im Gedenken an die vertriebenen Studierenden Gustav und Grete Singer sowie Fritz Röhr, deren Biografien, begleitet von persönlichen Worten der Familie, im Rahmen der Zeremonie verlesen wurden.
Die Verlegung dieser Stolpersteine, organisiert vom Verein für Gedenkkultur in Graz, steht als Mahnmal für die schrecklichen Verbrechen, die in der Zeit des Nationalsozialismus an der jüdischen Gemeinschaft und vielen anderen Verfolgten verübt wurden. Die Stolpersteine dienen der Erinnerung an die Vertriebenen und Ermordeten und sollen die Geschichten der Opfer wieder in das kollektive Bewusstsein rücken.
Stolpersteine: eine Erinnerung im öffentlichen Raum
Die Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Projekts, das die persönlichen Schicksale derjenigen würdigt, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Die Gedenktafeln im Boden erinnern an all jene, die durch das nationalsozialistische Regime ihrer Rechte beraubt und brutal aus ihrem Leben gerissen wurden.
Diese Verlegung ehrt die Erinnerung an die 39 jüdischen Medizinstudierenden der Universität Graz, die ihre Studienplätze, ihre Heimat und oftmals auch ihr Leben aufgeben mussten, weil sie als Jüdinnen*Juden von den Nationalsozialist*innen als „unerwünscht“ deklariert wurden. Von vielen von ihnen wurden die Träume, als Ärzt*innen Leben zu retten und zur Gesellschaft beizutragen, durch den Antisemitismus des Dritten Reichs nachhaltig zerstört. Einige Studierende konnten jedoch als Geflüchtete vielen Widerständen zum Trotz an ihre Ausbildung anknüpfen und etablierten sich zum Teil als renommierte Vertreter*innen ihres Fachs in ihren neuen Heimatländern, darunter Hans Herlinger, Izrael Hochmann, Otto Pollak, Hans Rottenstein oder Gustav Singer. Grete Singer wurde Militärsanitäterin in der tschechoslowakischen Armee, Lisbeth Hochsinger wurde als „Lisbeth Hockey“ Pionierin der Pflegewissenschaften in England.
„Mit diesem Akt der Erinnerung setzen die Med Uni Graz, das LKH-Universitätsklinikum Graz und der Verein für Gedenkkultur in Graz ein klares Zeichen gegen das Vergessen und für eine Zukunft, die auf Respekt, Toleranz und Menschlichkeit basiert“, so die Rektorin der Med Uni Graz Andrea Kurz.
Weitere Informationen und Kontakt:
Verein für Gedenkkultur in Graz
https://www.stolpersteine-graz.at/verein/\">https://www.stolpersteine-graz.at/verein/
Fotos: Monika Wittmann
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Neue Medien
Das qualitativ hochwertige Fortbildungsprogramm unterstützt Lehrende dabei, ihre Lehrqualifikation mit Kompetenzen beim Einsatz neuer Medien anzureichern und so den aktuellen Bedürfnissen der Studierenden gerecht zu werden. Bei der Programmgestaltung wurde darauf geachtet, dass die Absolvierung mit dem zeitlichen Rahmen der Dienstverpflichtungen vereinbar ist. Das Programm schließt mit einem Zertifikat ab, das bei einem beruflichen Wechsel an andere steirische Hochschulen als Qualifikationsnachweis anerkannt wird.
Innovativ
eDidactics ist in mehrfacher Hinsicht innovativ: Zum einen vermittelt es exakt jene Kompetenzen, die für eine adäquate Betreuung der Studierenden immer wichtiger werden. Zum anderen wird das Programm im österreichweit einzigartigen Verbund aller steirischen Hochschulen angeboten und kombiniert damit die hochschuldidaktischen Stärken im steirischen Hochschulraum.
Im Interview spricht Absolventin https://ris.medunigraz.at/de/persons/f1ec4169-1fc0-4507-8a42-369bb548e7b3\" target=\"_blank\">Corina Madreiter-Sokolowski vom https://mbbc.medunigraz.at/\" target=\"_blank\">Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie über das Fortbildungsprogramm und dessen Vorteile für Studierende und Lehrende.
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Mitte September erhielten 75 Absolvent*innen verschiedener Lehrgänge im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ihr Abschlusszertifikat von der Vizedekanin für studienrechtliche Angelegenheiten, Barbara Kirnbauer, überreicht. Zudem wurden Helfried Metzler und Georg Werkgartner für die langjährige ärztlich-wissenschaftliche Leitung der Lehrgänge geehrt.
Weitere Informationen zu den Universitätslehrgängen:
- https://postgraduate-school.medunigraz.at/diagnostik-pflege-therapie/sonderausbildung-in-der-pflege-im-operationsbereich\">Sonderausbildung in der Pflege im Operationsbereich
- https://postgraduate-school.medunigraz.at/diagnostik-pflege-therapie/sonderausbildung-in-der-intensivpflege\">Sonderausbildung in der Intensivpflege
- https://postgraduate-school.medunigraz.at/diagnostik-pflege-therapie/sonderausbildung-in-der-kinderintensivpflege\">Sonderausbildung in der Kinderintensivpflege
- https://postgraduate-school.medunigraz.at/diagnostik-pflege-therapie/sonderausbildung-in-der-anaesthesiepflege\">Sonderausbildung in der Anästhesiepflege