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Kommunikation durch Mini-Pakete
Organismen haben eine Vielzahl von Möglichkeiten entwickelt, wichtige Informationen zu teilen und über verschiedene Zellen, Gewebe und Organe zu verbreiten. Dies kann z. B. beim Menschen durch Hormone oder die Reizleitung über das Nervensystem passieren.
Aber auch die Mikroorganismen im Mikrobiom des Menschen müssen miteinander und mit dem Menschen „sprechen“. Dies geschieht u. a. durch kleine membranumhüllte Pakete, die sogenannten Vesikel. Während Vesikel bei Bakterien bereits seit Jahren Gegenstand intensiver Forschung sind, war über die entsprechenden Mechanismen bei Archaeen bislang wenig bekannt.
Was sind Archaeen?
Archaeen sind einzellige Mikroorganismen, die eine eigene Domäne des Lebens bilden – neben Bakterien und Eukaryoten (zu denen auch der Mensch zählt). Lange Zeit galten sie als uralte Sonderlinge, die nur in extremen Lebensräumen wie heißen Quellen oder Salzseen vorkommen. Heute weiß man, dass sie auch in weniger extremen Umgebungen leben, etwa im menschlichen Darm, wo sie u. a. für die Methanproduktion zuständig sind. Dort stellen sie einen wichtigen, aber bislang wenig erforschten Bestandteil des Mikrobioms dar. Im Gegensatz zu Bakterien unterscheiden sich Archaeen in ihrer Zellstruktur, ihren Stoffwechselwegen und ihrer genetischen Ausstattung – was sie zu einem spannenden Forschungsfeld macht.
Wie Archaeen mit Menschen kommunizieren
„Wir konnten zeigen, dass auch Darm-Archaeen aktiv extrazelluläre Vesikel bilden, mit denen sie ihre Umgebung beeinflussen“, erklärt Viktoria Weinberger. „Diese Pakete enthalten Proteine, Nukleinsäuren, Stoffwechselprodukte und Lipide – und sind somit ein vielseitiges Werkzeug zur Kommunikation mit anderen Mikroorganismen oder dem menschlichen Immunsystem.“
Das Team aus Graz hat mit Kolleg*innen aus Norwich (UK) und Wien nun erstmals die Zusammensetzung extrazellulärer Vesikel von vier unterschiedlichen Darm-Archaeen detailliert untersucht.
„Unsere Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, dass auch Archaeen aktiv in die molekularen Kommunikationsprozesse im Darm eingreifen“, sagt Christine Moissl-Eichinger, Letztautorin der Studie. „Das eröffnet völlig neue Perspektiven für die Mikrobiomforschung – insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Archaeen in Gesundheit und Krankheit – und ihre Wirkung auf das Immunsystem.“ Die Arbeit entstand im Rahmen eines vom FWF geförderten Spezialforschungsbereichs (SFB) zum Thema „Immunometabolismu, der von Prof. Thomas Weichhart an der Medizinischen Universität Wien geleitet wird. Interessanterweise lösen die Vesikel in Abhängigkeit von ihrer Konzentration und abhängig von Archaeenspezies oder -stamm eine Cytokinausschüttung in Epithel- und Immunzellen aus.
Was steckt in den Päckchen?
Die archaeellen Vesikel zeigten neben einer Vielzahl besonderer Proteine aber auch interessante Metabolite, darunter z. B. die freien Aminosäuren Glutamat und Aspartat, die bereits als sogenannte Neurotransmitter bekannt sind.
„Es könnte durchaus sein, dass diese Archaeen uns aktiv Signale senden – etwa über abrupte Veränderungen im Darmmilieu“, so Christine Moissl-Eichinger. „Besonders spannend ist nun die Frage, wie diese Vesikel mit dem Immunsystem interagieren und ob sie sich therapeutisch nutzen lassen, etwa als Trägersystem für Impfstoffe oder Medikamente.“
Die Studie legt damit den Grundstein für ein besseres Verständnis darüber, wie Mikroorganismen im menschlichen Darm nicht nur koexistieren, sondern gezielt miteinander interagieren – mit potenziellen Auswirkungen auf Immunreaktionen, Stoffwechselprozesse und möglicherweise auch auf Erkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Darmkrebs.
Steckbrief: Christine Moissl-Eichinger
Christine Moissl-Eichinger ist seit 2014 Professorin an der Med Uni Graz und leitet eine Forschungsgruppe am Diagnostik- & Forschungsinstitut Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin. Thematisch beschäftigt sie sich mit der Interaktion von Mikroben untereinander und mit ihrer Umgebung, z. B. dem menschlichen Körper. Der Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Funktion von Archaeen im menschlichen gastrointestinalen Mikrobiom. Sie ist Direktorin der Forschungsinitiative BioTechMed Graz, Co-Direktorin des Cluster of Excellence „Microbiomes drive Planetary Health“ und hat kürzlich einen ERC Advanced Grant eingeworben.
Steckbrief: Viktoria Weinberger
Viktoria Weinberger ist PhD-Studentin in der Arbeitsgruppe von Christine Moissl-Eichinger am Diagnostik- & Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin. Im Rahmen ihrer Dissertation arbeitet sie an Archaeen aus dem menschlichen Darm. Ziel ist es dabei, diese wenig erforschte Gruppe an Mikroorganismen besser zu charakterisieren und die Interaktion bzw. Kommunikation mit anderen Mikroorganismen und dem menschlichen Wirt, besonders mit dem Immunsystem, zu untersuchen.
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Communication by means of mini-packages
Organisms have developed a variety of ways to share important information and disseminate it through different cells, tissue and organs. In humans, for example, this happens through hormones or electrical conduction via the nervous system.
Yet microorganisms in the human microbiome must \"speak\" to each other and their human host. One of the ways this occurs is through small packages enclosed by a membrane, the so-called vesicles. While vesicles in bacteria have been the subject of intensive research for years, little was known about the corresponding mechanisms in archaea.
What are archaea?
Archaea are single-celled microorganisms that constitute a separate domain of life—besides bacteria and eukarya (the domain to which humans belong). For a long time, they were regarded as ancient eccentrics that were only found in extreme habitats such as hot springs or salt lakes. Today it is known that they also live in less extreme environments, for example the human gut, where one of their functions is methane production. They are an important yet little studied element of the microbiome. In contrast to bacteria, archaea differ in their cellular structure, metabolic pathways and genetics—which makes them an exciting field of research.
How archaea communicate with humans
\"We were able to show that gut archaea also actively form extracellular vesicles with which they influence their environment,\" explains Viktoria Weinberger. \"These packages contain proteins, nucleic acids, metabolic products and lipids—and are thus a versatile tool for communicating with other microorganisms or the human immune system.\"
For the first time, the team from Graz and colleagues from Norwich (UK) and Vienna have investigated in detail the composition of extracellular vesicles from four different gut archaea.
\"Our findings provide important indications that archaea actively intervene in the molecular communication processes in the gut,\" says Christine Moissl-Eichinger, the last author of the study. \"This opens up completely new prospects for microbiome research—especially with regard to the role of archaea in health and disease—and their effect on the immune system.\" The paper emerged as part of a FWF funded special research area on the topic of immunometabolism led by Prof. Thomas Weichhart of the Medical University of Vienna. Depending on their concentration and the archaea species or strain, the vesicles release cytokines into epithelial and immune cells.
What is in the packages?
In addition to a variety of special proteins, the archaeal vesicles also contained interesting metabolites including the free amino acids glutamate and aspartate, which are already familiar as neurotransmitters.
\"It could quite well be that these archaea actively send us signals—for instance through abrupt changes in the gut environment,\" says Moissl-Eichinger. \"Particularly exciting is the question of how these vesicles interact with the immune system—and whether they can be used therapeutically, for example as a delivery system for vaccines or medications.\"
The study lays the foundation for a better understanding of how microorganisms in the human gut not only coexist but specifically interact with each other—with potential effects on immune response, metabolic processes and even on diseases such as chronic inflammatory bowel disease or colon cancer.
Profile: Christine Moissl-Eichinger
Christine Moissl-Eichinger has been a professor at Med Uni Graz since 2014 and leads a research group at the Diagnostic and Research Institute of Hygiene, Microbiology and Environmental Medicine. The subject of her research is how microbes interact with each other and with their environment, e.g., the human body. Her focus is on exploring the function of archaea in the human gastrointestinal microbiome. Director of the BioTechMed Graz research initiative and codirector of the \"Microbiomes drive Planetary Health\" Cluster of Excellence, she has been awarded an ERC Advanced Grant.
Profile: Viktoria Weinberger
Viktoria Weinberger is a PhD student in Christine Moissl-Eichinger's group at the Diagnostic and Research Institute of Hygiene, Microbiology and Environmental Medicine. As part of her dissertation, she works on archaea in the human gut. The goal is to better characterize this little studied group of microorganisms and investigate their interaction and communication with other microorganisms and the human host, especially with the immune system.
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In seinem Paper „Analysis of individual patient pathway coordination in a cross-species single-cell kidney atlas“ analysieren der Wissenschafter und das Team hinter der Publikation einen Nierenatlas auf Einzelzellebene mit Genexpressionsdaten aus über einer Million Zellen und 140 individuellen Proben.
Um die Auswertung und Interpretation dieser umfangreichen Daten zu ermöglichen, entwickelten die Autor*innen eine neue statistische Methode, die molekulare Veränderungen in Zellfunktionen und Signalwegen auf Ebene einzelner Patient*innen identifizieren kann. Diese Informationen könnten in Zukunft bei der Auswahl der passenden Therapie und Medikation helfen. In ihrer Publikation demonstrieren die Autor*innen ihre „CellSpectra“ genannte Methode anhand von Daten aus über 100 Patienten mit Nierenerkrankungen.
Dieser Zugang kann nicht nur für Zellen aus der Niere herangezogen werden, sondern konnte im Rahmen der Studie auch erfolgreich auf andere Erkrankungen wie das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom der Lunge angewendet werden.
„Wir möchten neue Wege finden, moderne Methoden wie die RNA-Sequenzierung auf Einzelzellebene für die Diagnostik komplexer Erkrankungen im Sinne echter Präzisionsmedizin zu nutzen. Unser statistischer Ansatz stellt einen Prototyp einer entsprechenden Analyse-Pipeline dar und könnte auch in anderen Geweben neue Einblicke in die molekularen Veränderungen unserer Patient*innen ermöglichen.“
Die Med Uni Graz gratuliert Konstantin Klötzer herzlich zu diesem Erfolg!
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Disrupted cell morphology and inflammatory immune reactions
During pregnancy, the placenta takes on central tasks: It supplies the unborn child with nutrients and oxygen, regulates the metabolism between the mother and the fetus and provides an inflammation-free, protective environment in the womb thanks to the presence of specialized immune cells. To better understanding how air pollution can interfere with these functions, the research team used a highly specialized experimental model—ex vivo dual placenta perfusion, which allows the investigation of placental tissue directly after birth under controlled conditions.
The analysis of samples with transmission electron microscopy showed that even brief contact with PM2.5 particles, the fine particulate matter from urban traffic, can result in clear damage to placental tissue. Collagen fibers, which stabilize the tissue, as well as mitochondria, which are critical to the supply of energy to the cells, were among the structures affected. \"Particularly striking was the reaction of the immune cells in the placenta: They changed from a normally anti-inflammatory state to a pro-inflammatory state—a pattern that is also observed in preeclampsia, a serious complication of pregnancy with potential risks for mother and child,\" says Med Uni Graz molecular biologist Birgit Hirschmugl.
A possible risk factor for preeclampsia
“Our data indicate that air pollution not only increases the risk of respiratory and cardiovascular disease but also represents a previously underestimated risk for pregnant women and their unborn child,” emphasizes Christian Wadsack, head of the Graz research group. The changes in the placenta might contribute to the development of preeclampsia, a disorder associated with high blood pressure, organ damage and delayed growth of the fetus.
Scientific progress with societal relevance
The findings underline the urgency of political and societal measures to reduce air pollution—especially in urban centers. At the same time, they show how important it is to conduct intensive research on the placenta as the main organ of pregnancy.
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Zerstörte Zellstrukturen und entzündliche Immunreaktionen
Die Plazenta übernimmt während der Schwangerschaft zentrale Aufgaben: Sie versorgt das ungeborene Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff, reguliert den Stoffwechsel zwischen Mutter und Fötus und sorgt durch spezialisierte Immunzellen für ein entzündungsfreies, schützendes Milieu im Mutterleib. Um besser zu verstehen, wie Luftschadstoffe diese Funktionen beeinträchtigen könnten, nutzte das Forschungsteam ein hochspezialisiertes experimentelles Modell – die sogenannte ex vivo duale Plazentaperfusion, bei der Plazentagewebe unmittelbar nach der Geburt unter kontrollierten Bedingungen untersucht werden kann.
Die Analyse der Proben mittels Transmissionselektronenmikroskopie zeigte, dass bereits ein kurzer Kontakt mit PM2,5-Partikeln, den besonders kleinen Feinstaubpartikeln aus dem städtischen Verkehr, zu deutlichen Schäden im Plazentagewebe führt. Betroffen waren unter anderem Kollagenfasern, die dem Gewebe Stabilität verleihen, sowie Mitochondrien, die für die Energieversorgung der Zellen entscheidend sind. „Besonders auffällig war die Reaktion der Immunzellen in der Plazenta: Sie wechselten von einem normalerweise entzündungshemmenden in einen entzündungsfördernden Zustand – ein Muster, das auch bei Präeklampsie beobachtet wird, einer ernsten Schwangerschaftserkrankung mit möglichen Risiken für Mutter und Kind“, beschreibt Molekularbiologin https://ris.medunigraz.at/de/persons/f169f5da-eb2b-4254-a648-99fe9716c038\" title=\"Birgit Hirschmugl\">Birgit Hirschmugl von der Med Uni Graz.
Ein möglicher Risikofaktor für Präeklampsie
Unsere Daten legen nahe, dass Luftschadstoffe nicht nur das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, sondern auch ein bisher unterschätztes Risiko für Schwangere und ihr ungeborenes Kind darstellen“, betont https://ris.medunigraz.at/de/persons/ceb974d2-c022-4d44-92b2-d0b904bc0832\" title=\"Christian Wadsack\">Christian Wadsack, Leiter der Grazer Forschungsgruppe. Die Veränderungen in der Plazenta könnten demnach zur Entwicklung von Präeklampsie beitragen, einer Erkrankung, die mit Bluthochdruck, Organschäden und Wachstumsverzögerungen beim Fötus einhergehen kann.
Wissenschaftlicher Fortschritt mit gesellschaftlicher Relevanz
Die Erkenntnisse unterstreichen die Dringlichkeit politischer und gesellschaftlicher Maßnahmen zur Reduktion von Luftverschmutzung – insbesondere in urbanen Ballungsräumen. Gleichzeitig zeigen sie, wie wichtig eine intensive Erforschung der Plazenta als zentrales Organ der Schwangerschaft ist.
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Mit dabei sind hochkarätige Speaker*innen wie Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen Universität Graz, international anerkannte Anästhesiologin und klinische Forscherin, sowie Caroline Schober, Molekularbiologin und ehemalige Vizerektorin für Forschung & Internationales der Med Uni Graz, die ihre Erfahrungen und Ideen zu Themen wie globalen Arzneimittel-Engpässen, pharmazeutischer Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Medizintechnologien einbringen werden.
Das Programm widmet sich einer breiten Palette zukunftsrelevanter Themen – von medizinischen und biotechnologischen Innovationen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und prädiktiver Analytik im Gesundheitswesen bis hin zu Fragen der Medienkompetenz, digitalen Identität und dem verantwortungsvollen Umgang mit Algorithmen. Auch Methoden wie Foresight, Szenarioanalyse und strategische Planung werden beleuchtet, um neue Wege für eine lebenswerte Zukunft aufzuzeigen.
TEDxMedUniGraz hat sich in den vergangenen Jahren als Plattform für interdisziplinären Austausch und kreative Ideen etabliert. Über 40 Vorträge mit zusammen mehr als einer halben Million Online-Views zeugen vom großen Interesse und der Wirkungskraft der Veranstaltung. Das Feedback aus der Community hebt nicht nur die thematische Vielfalt, sondern auch die professionelle Umsetzung im Stil der internationalen TED-Konferenzen hervor.
Wer sich von innovativen Ansätzen inspirieren lassen, spannende Impulse aus Wissenschaft, Medizin und Zukunftsforschung erleben und sich mit engagierten Menschen vernetzen möchte, sollte sich den 28. Oktober 2025 schon jetzt im Kalender markieren. Denn bei TEDxMedUniGraz gilt in diesem Jahr mehr denn je: Unsere Zukunft beginnt heute. Tickets können ab 18. August kostenfrei über die https://tedxmedunigraz.com/tickets-1.html\" target=\"_blank\">TEDxMedUniGraz-Webseite erworben werden.
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Participants will include high-profile figures such as Andrea Kurz, Rector of the Medical University of Graz and internationally renowned anaesthesiologist and clinical researcher, and Caroline Schober, molecular biologist and former Vice Rector for Research & International Affairs at the Medical University of Graz, who will contribute their experiences and ideas on topics such as global drug shortages, the pharmaceutical circular economy and sustainable medical technologies.
The programme covers a wide range of topics relevant to the future – from medical and biotechnological innovations to the use of artificial intelligence, machine learning and predictive analytics in healthcare, as well as issues of media literacy, digital identity and the responsible use of algorithms. Methods such as foresight, scenario analysis and strategic planning will also be examined in order to identify new ways to ensure a livable future.
Over the past few years, TEDxMedUniGraz has established itself as a platform for interdisciplinary exchange and creative ideas. More than 40 talks with a combined total of over half a million online views testify to the great interest in and impact of the event. Feedback from the community highlights not only the thematic diversity, but also the professional implementation in the style of international TED conferences.
Anyone who wants to be inspired by innovative approaches, experience exciting ideas from science, medicine and futurology, and network with committed people should mark 28 October 2025 in their calendars now. Because at https://tedxmedunigraz.com/\" title=\"TEDxMedUniGraz\">TEDxMedUniGraz, this year more than ever, our future begins today. Tickets can be obtained free of charge from the TEDxMedUniGraz website starting on 18 August.
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Der Preis wird an Forscher*innen verliehen, die große Erfolge im Bereich der kardiovaskulären Forschung feiern und Forschungsprojekte leiten, die eine große Rolle in der Zukunft spielen könnten. Zu den wichtigsten Aspekten bei der Auswahl der Preisträger gehören wissenschaftliche Spitzenleistungen, Unabhängigkeit und Zukunftspotenzial.
Die ISHR hob unter anderem seine erfolgreichen Forschungsprojekte zur NAD+-basierten Therapie von HFpEF (Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion) hervor, die unter seiner Leitung vom EU-geförderten Konsortium MINOTAUR erforscht wurden. Zudem wurde seine Forschung zu IGF-1 im Zusammenhang mit der Herzgesundheit hervorgehoben (die Med Uni Graz berichtete über beide Projekte).
Aktuell ist Simon Sedej als Key Researcher im Exzellenzcluster METAGE (Metabolic control of aging and diseases – From model to human) tätig und untersucht, wie sich Störungen im Stoffwechsel auf altersbedingte kardiovaskuläre Erkrankungen auswirken können. Die Med Uni Graz gratuliert Simon Sedej herzlich zu diesem Erfolg!
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Der Podcast ist auf der Website der https://dcna.at/index.php/de/podcast.html\" title=\"Podcast\">DCNA, Spotify, Apple, Amazon Music und Youtube verfügbar.
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Insgesamt wurden 64 Projektanträge eingereicht, die 15 besten Projekte sowie fünf weitere auf der Reserveliste wurden zur Förderung durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) bestätigt. Die Projekte der Med Uni Graz behandeln zentrale Themen aus Medizin, Pharmazie, Ernährung und Biotechnologie:
- Julia Kargl (Projekt P170_Kenya): Untersuchung des toxikologischen und immunpharmakologischen Potenzials von Khat (Catha edulis) - Partnerinstitution: Egerton University, Kenia
- Helmut Bischof (Projekt P154_Nigeria): Mehrzielgerichtete Wirkungen phenolreicher Formulierungen zur Steigerung des Anti-Krebs-Potenzials - Partnerinstitution: Bowen University, Nigeria
- Marco Eigenfeld mit drei Projekten:
- (Projekt P161_Ethiopia) Photodynamische Therapie gegen multiresistente Candida albicans bei HIV-Patient*innen - Partner: Mekelle University, Äthiopien
- (Projekt P153_Egypt) Probiotische Hefen und Nanotechnologie für Gesundheit und Ernährung - Partner: Damanhour University, Ägypten
- (Projekt P155_Nigeria) Traditionelle nigerianische Ernährung zur Krankheitsprävention und nachhaltigen Ernährung - Partner: Lead City University, Nigeria
Africa-UniNet wurde vom BMBWF initiiert und wird vom OeAD koordiniert. Ziel ist der Aufbau langfristiger, nachhaltiger Kooperationen zwischen österreichischen und afrikanischen Hochschulen, mit Fokus auf Forschung, Wissensaustausch und Nachwuchsförderung.
Der nächste Call wird voraussichtlich im Herbst 2026 geöffnet. Bei Interesse an einer Mitwirkung im Africa-UniNet oder an zukünftigen Projekten wenden Sie sich bitte an Heidrun Mörtl, Leiterin des International Office.
Die Med Uni Graz gratuliert den Projektverantwortlichen herzlich zu diesem großartigen Erfolg und dankt für ihr Engagement in der internationalen Forschungszusammenarbeit.
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A total of 64 project proposals were submitted, of which the 15 top-rated projects, along with five more on the reserve list, were approved for funding by the Federal Ministry of Education, Science and Research (BMBWF). The five funded projects of Med Uni Graz focus on key areas in medicine, pharmacy, nutrition, and biotechnology:
- Julia Kargl (Projekt P170_Kenya): Toxicological and immunopharmacological potential of khat (Catha edulis) - Partner: Egerton University, Kenya
- Helmut Bischof (Projekt P154_Nigeria): Multi-target effects of phenolic-rich formulations to enhance anti-cancer potential - Partner: Bowen University, Nigeria
- Marco Eigenfeld with three projects:
- (Projekt P161_Ethiopia) Photodynamic therapy against multidrug-resistant Candida albicans in HIV-infected patients - Partner: Mekelle University, Ethiopia
- (Projekt P153_Egypt) Probiotic yeasts and nanotechnology for health and food applications - Partner: Damanhour University, Egypt
- (Projekt P155_Nigeria) Traditional Nigerian diets for sustainable nutrition and disease prevention - Partner: Lead City University, Nigeria
Africa-UniNet was initiated by the BMBWF and is coordinated by OeAD. The network aims to build long-term, sustainable cooperation between Austrian and African higher education institutions, focusing on research, knowledge exchange, and capacity building.
The next call is expected to open in autumn 2026. If you are interested in joining Africa-UniNet or participating in future projects, please contact Heidrun Mörtl, Head of the International Office.
Med Uni Graz warmly congratulates all project leaders on this significant achievement and thanks them for their dedication to international research collaboration.
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Was ist dentales Amalgam?
Dentales Amalgam ist ein seit über 150 Jahren verwendetes Füllungsmaterial in der Zahnmedizin, das aus einer Mischung von metallischem Quecksilber (ca. 50 %) und einer Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer und weiteren Metallen besteht. Aufgrund seiner hohen Haltbarkeit, guten Formbarkeit und vergleichsweise niedrigen Kosten galt Amalgam lange Zeit als Standardmaterial für Zahnfüllungen – insbesondere im Seitenzahnbereich.
Trotz dieser Vorteile wurde die Verwendung in den letzten Jahren zunehmend kritisch bewertet. Der Hauptgrund dafür ist das enthaltene elementare Quecksilber, das potenziell gesundheitsschädlich sein kann und Umweltprobleme verursacht. Aus diesem Grund wurde die Anwendung von Amalgam in vielen Ländern zunehmend eingeschränkt – mit einem vollständigen Verbot in der Europäischen Union seit 2025. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Erforschung und Entwicklung quecksilberfreier Alternativen – etwa Komposite, Glasionomere, Alkasite oder glasfaserverstärkte Materialien – zunehmend an Bedeutung.
Studie mit acht Amalgamalternativen
Die Grundlage der Diplomarbeit bildete eine wissenschaftliche Studie, deren Ziel es war, verschiedene quecksilberfreie Füllungsmaterialien hinsichtlich ihrer Abriebfestigkeit zu vergleichen. „Die Idee zu meiner Arbeit entstand 2023 in einem Gespräch mit Alexander Behlau. Wir sprachen damals über das mögliche Verbot von Amalgam – ein Thema, das bereits zu diesem Zeitpunkt in der Zahnmedizin intensiv diskutiert wurde. Daraus entwickelte sich der Plan, potenzielle Alternativen zu untersuchen. Nach der Planungsphase und ersten Testläufen trat Anfang 2025 schließlich das dentale Amalgamverbot in Kraft, was der Arbeit zusätzliche Aktualität verlieh. Bei der Materialauswahl war es mir wichtig, den Blick offen zu halten und verschiedene Stoffklassen einzubeziehen. Die gewählte Versuchsdurchführung ermöglichte es zudem, gezielt nach Ursachen für eine mögliche verminderte Abrasionsstabilität zu suchen“, erklärt Larissa Skorianz die Beweggründe, sich in ihrer Arbeit mit diesem Thema zu beschäftigen.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf sogenannten Bulk-Fill-Kompositen – moderne Füllmaterialien, die durch vereinfachte Anwendung und hohe Effizienz überzeugen. Insgesamt wurden acht verschiedene Materialien untersucht, darunter Bulk-Fill-Komposite, ein konventionelles Komposit, ein glasfaserverstärktes Komposit sowie ein Alkasit.
Der Direktbetreuer der Arbeit, Alexander Behlau, fasst die Erkenntnisse der Studie zusammen: „Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass sich bereits in kurzer Zeit Aussagen zur Haltbarkeit von Amalgamalternativen treffen lassen. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Materialien oft nur wenige Millimeter betragen, haben sie eine erstaunlich große Wirkung. Besonders freut mich, dass unsere Forschung so praxisnah ist und direkt zur Verbesserung der Versorgung beiträgt – vor allem im Hinblick auf langlebige Füllungen, die den Patient*innen langfristig zugutekommen.“
Die Zukunft der Zahnfülle
Laurissa Skorianz’ Arbeit leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung langlebiger, effizienter und quecksilberfreier Zahnfüllstoffe mit hoher klinischer Relevanz. „Die Betreuung von Larissa Skorianz’ Arbeit durch Alexander Behlau war geprägt von einem intensiven fachlichen Austausch und einer klar strukturierten wissenschaftlichen Begleitung. Das Thema – moderne Alternativen zu Amalgam in der Zahnmedizin – ist nicht nur translational hochrelevant, sondern hat auch eine große politische und gesellschaftliche Tragweite. Die ausgezeichnete Arbeit zeigt, wie fundierte Forschung in der Lehre entstehen kann, wenn ein aktuelles Thema auf wissenschaftliche Neugier und engagierte Betreuung trifft. Es war mir eine Freude, diesen Prozess unterstützend zu begleiten und die Entwicklung einer jungen Wissenschafterin mit großem Potenzial mitzuerleben“, freut sich Julia Marotti Großhausen, Abteilungsleiterin der Klinischen Abteilung für Zahnerhaltung, Parodontologie und Zahnersatzkunde der Med Uni Graz, über die Auszeichnung ihrer Studentin.
Die Ergebnisse dieser herausragenden Arbeit sowie weitere wissenschaftliche Arbeiten und Erkenntnisse in der nahen Zukunft werden zeigen, in welche Richtung es auf dem Gebiet der Amalgamalternativen gehen wird. Mit dieser Auszeichnung unterstreicht die Medizinische Universität Graz einmal mehr ihre Rolle als exzellente Forschungs- und Ausbildungsstätte im Bereich der Zahnmedizin.
Wir blicken gemeinsam auf die bisher prämierten innovativen Lehrprojekte an der Med Uni Graz zurück. Diesmal geht es um das Projekt \"Health of Students - Peer2Peer: Analog & Digital“ von https://ris.medunigraz.at/de/persons/487db338-5293-4611-abd0-376be0c06a73\" target=\"_blank\">Christian Vajda, https://forschung.medunigraz.at/fodok/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=4150\">Klinische Abteilung für medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie.
Nicht zuletzt durch die Krisen der vergangenen Jahre hat sich die Gesundheit von Studierenden zusehends verschlechtert. Mit einem niederschwelligen und breiten Angebot durch Workshops, Vorträge, Social Media-Auftritte, drei Wahlfächer und Einzelberatungen positioniert sich „Health of Students - Peer2Peer\" als spezialisierte Anlaufstelle zur Förderung und Stärkung der Gesundheit von Studierenden. Sowohl bei Belastungen oder Krisen aufgrund von Überforderung oder Misserfolg im Studium, persönlichen Problemen im Privatleben oder Erkrankung, als auch bei der Erarbeitung von Lösungen und der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sollen Studierende schnell und unkompliziert unterstützt werden. Zugleich soll somit frühzeitig ein Grundstein für gesundheitsstärkende Strategien für die spätere berufliche Karriere von Health Professionals wie auch Wissenschafter*innen gelegt werden.
Erprobtes Team
Die Vermittlung der Inhalte sowie die Begleitung in Einzelgesprächen erfolgt durch speziell geschulte Peers (höhersemestrige Studierende) unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Fachliche Unterstützung (bspw. psychiatrische oder psychotherapeutische Fachexpertise) wird durch ein Lehrenden- und Fachteam der Klinischen Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie zur Verfügung gestellt. Dieses Expert*innen-Team sorgt zudem für die Supervision und inhaltliche Schulung der Peers.
Grundziele von Health of Students - Peer2Peer
1. Studierende der Medizinischen Universität Graz in psychosozialen Krisen zu unterstützen und die eigenen Ressourcen zu stärken
2. Studierende in der Verantwortung für Fragen von psychosozialen Krisen sowie der Gesundheit für ihre beruflichen Karrieren zu sensibilisieren und Fähigkeiten und Techniken - für sich selbst wie auch ihre Patient*innen - durch Lehrangebote und Wissensvermittlung auszubauen
3. Die speziell geschulten Tutor*innen (Peers) in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und beim Erlernen neuer Fähigkeiten zu fördern (bspw. Organisationsaspekte, Umgang mit digitalen Angeboten, Beratung in Krisen)
4. Den Hochschulraum für die Wichtigkeit des Themas \"Gesundheit von Studierenden\" zu sensibilisieren, mögliche „Best Practice -– Beispiele“ zu etablieren und die Erfahrungen mit interessierten Partner*innen (u.a. nationale wie internationale Kooperationen, Forschungsprojekte, Diplomarbeiten) zu teilen.
Stetige Weiterentwicklung
Aktuell werden weitere Präsenz- und digitale Angebote (u.a. Lerntechnikvorträge, Entspannungstrainings, Ausbau des Schwerpunktes im PhD- und Doktoratsstudium) implementiert, die kommunikativen Fertigkeiten der Peers weitergeschult und asynchron-digitale Angebote, welche in Zukunft in Moodle zur Verfügung stehen werden, geschaffen. Im Studienjahr 2023/24 konnte das Programm erstmalig über 1000 Gesamtkontakte verzeichnen - Tendenz steigend.
Wir gratulieren Christian Vajda und seinem Team herzlich zu dieser Auszeichnung.
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Kleine genetische Veränderung, große Auswirkung
Im Mittelpunkt steht ein Ionenkanal namens PIEZO1 – ein Eiweiß, das eine zentrale Rolle in der Funktion roter Blutzellen spielt und beim Homo sapiens in einer veränderten Form vorliegt. Neueste Erkenntnisse zeigen: Obwohl sich der moderne Mensch genetisch nur geringfügig vom Neandertaler unterscheidet, könnte eine kleine Veränderung im PIEZO1-Protein einen großen Unterschied gemacht haben. PIEZO1 erkennt mechanische Reize in der Umgebung roter Blutkörperchen und trägt maßgeblich zu deren Verformbarkeit im Blutstrom und somit zur Optimierung der Sauerstoffversorgung bei. Diese Anpassung könnte dem Homo sapiens Vorteile in Leistungsfähigkeit, Krankheitsresistenz oder Fortpflanzungsfähigkeit verschafft haben – möglicherweise ein entscheidender Faktor für sein Überleben.
Blutzellen des Neandertalers werden im Labor nachgebildet
Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts wird nun erstmals versucht, die Neandertaler-Version von PIEZO1 in roten Blutzellen im Zellkulturlabor nachzubilden. Dabei kommt die Genschere CRISPR/Cas9 ebenso zum Einsatz wie ein innovatives Zellkulturmodell, das aus menschlichen Stammzellen Erythrozyten, also rote Blutzellen, herstellt. Die CRISPR/Cas-Methode ist eine molekularbiologische Methode, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. Ziel ist es, Funktion und Eigenschaften dieser \"Neandertaler-Zellen\" mit denen des modernen Menschen zu vergleichen.
„Das von uns etablierte Zellkulturmodell erlaubt die Vermehrung und Ausreifung von Erythrozyten aus menschlichen Stammzellen und war das Fundament für die Bewilligung dieses Projektes im Bereich der molekularen Grundlagenforschung. Mit dem Team aus Evolutionsmediziner*innen und Physiker*innen hoffen wir zudem Einblicke in heutige Piezo1-assoziierte Krankheiten und die körperliche Fitness zu erhalten“, so Projektleiterin Isabel Dorn.
Zusätzlich erforschen die beteiligten Teams, wie sich unterschiedliche Varianten von PIEZO1 in heutigen Weltbevölkerungen verteilen. Dadurch sollen Rückschlüsse auf evolutionäre Entwicklungen gezogen werden, die nicht nur unsere Vergangenheit beleuchten, sondern auch Wege für zukünftige medizinische Erkenntnisse ebnen.
Diese wegweisende Forschung an der Schnittstelle von Evolutionsbiologie, Medizin und Genetik liefert nicht nur neue Antworten auf die Frage nach dem Aussterben der Neandertaler, sondern öffnet auch ein neues Kapitel im Verständnis der menschlichen Entwicklung.
Steckbrief: Isabel Dorn
Nach dem Studium der Humanmedizin und ihrer Promotion an der Medizinische Universität zu Lübeck so wie der Ausbildung zur Fachärztin für Transfusionsmedizin folgten Forschungsaufenthalte an der Université Pierre et Marie Curie in Paris sowie am Max Planck Institut für Molekulare Biomedizin in Münster, bevor Isabel Dorn 2016 an die Medizinische Universität Graz wechselte. Seit 2018 ist Isabel Dorn als Senior Scientist an der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin tätig. 2020 folgte die Habilitation im Fach Transfusionsmedizin.
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The agreement will be signed in the presence of high-ranking representatives of the Bavarian State Government, representatives of the Austrian Federal Ministry for Women, Science and Research, and representatives of the Comprehensive Cancer Centres and rectorates of the three Austrian medical universities. The signing ceremony will take place during the five-year anniversary celebrations of the BZKF, which serves more than 13 million people with six university cancer centres.
The cooperation between the ACCN and the BZKF is one of the first transnational partnerships between leading oncology centres in Europe and is explicitly aligned with the goals of the EU's Mission Cancer. The aim of the collaboration is to establish a regional oncology excellence hub in the heart of Europe to promote joint clinical trials, translational research, digital innovation, training and prevention. The intention is to create transnational networks that will benefit every citizen, from prevention to cancer treatment.
\"Research, medical care and progress must not end at national borders. With the partnership between the ACCN and the BZKF, we are sending a strong European signal in the fight against cancer – mission-oriented, patient-centred and forward-looking. Because only together and across all borders can we overcome the major health challenges of our time,\" emphasises Eva-Maria Holzleitner, Austrian Federal Minister for Women, Science and Research.
ACCN: Austria's national response to the EU Mission Cancer
The Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) brings together the three university Comprehensive Cancer Centres in Vienna, Graz and Innsbruck to form a national alliance for excellence in oncology. As the official Austrian partner of the EU Mission Cancer, the ACCN aims to establish precision medicine, early clinical trials, joint tumour boards and national education programmes – in close coordination with ministries and European partner networks as well as patients and their relatives.
Europe united against cancer
The new cooperation shows how regional collaboration can contribute to the implementation of global strategies such as Mission Cancer. The core areas of the cooperation include:
- Joint clinical studies – especially in the early stages and precision oncology
- Linked tumour boards and biomedical infrastructures
- Training programmes for oncology specialists and young researchers
- Joint projects in the fields of digitalisation, aftercare, prevention and patient participation
- Coordination of cross-border funding projects at EU level
Das in München unterzeichnete Kooperationsabkommen zwischen dem https://bzkf.de/\" target=\"_blank\">Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZFK) und dem https://ccc.meduniwien.ac.at/austrian-comprehensive-cancer-network-accn/\" target=\"_blank\">Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) der Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innstruck ist strategisch in der EU-Mission Krebs verankert. Die Vereinbarung markiert den Beginn einer der ersten transnationalen Partnerschaften zwischen Krebszentren in Europa. Ihr Ziel ist es, das Leben von Krebspatient*innen durch Förderung der Krebsforschung und Optimierung der Versorgungslandschaft weiter zu verbessern. Die Wissenschafts- und Gesundheitsministerien von Österreich und Bayern unterstützen das Anliegen.
Die Unterzeichnung erfolgt im Beisein hochrangiger Vertreter*innen der bayerischen Staatsregierung, Vertreter*innen des österreichischen Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung und Vertreter*innen aus den Comprehensive Cancer Centers und Rektoraten der drei österreichischen medizinischen Universitäten. Als Rahmen diente die Fünfjahres-Jubiläumsfeier des BZKF, das mit sechs universitären Krebszentren mehr als 13 Millionen Menschen versorgt.
Die Kooperation zwischen dem ACCN und dem BZKF ist eine der ersten transnationalen Partnerschaften zwischen onkologischen Spitzenzentren in Europa und orientiert sich explizit an den Zielen der EU-Mission Krebs (Mission Cancer). Ziel der Zusammenarbeit ist es, einen regionalen onkologischen Exzellenz-Hub im Herzen Europas zu etablieren, um gemeinsame klinische Studien, translational orientierte Forschung, digitale Innovation, Ausbildung und Prävention zu fördern. Es ist beabsichtigt, transnationale Netzwerke zu schaffen – Netzwerke, die jedem Bürger und jeder Bürgerin zugutekommen, von der Prävention bis zur Krebstherapie.
„Forschung, medizinische Versorgung und Fortschritt dürfen nicht an Staatsgrenzen enden. Mit der Partnerschaft zwischen dem ACCN und dem BZKF setzen wir ein starkes europäisches Zeichen im Kampf gegen Krebs – missionsorientiert, patient*innenzentriert und zukunftsgerichtet. Denn nur gemeinsam und über alle Grenzen hinweg können wir die großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen“, betont Eva-Maria Holzleitner, Österreichs Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.“
„Moderne Krebsmedizin braucht Daten, Digitalisierung und Dialog. Der Krebs macht nicht an Ländergrenzen halt – unsere Forschung auch nicht: Mit der Partnerschaft zwischen dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung und dem Austrian Comprehensive Cancer Network läuten wir eine neue Ära der bayerisch-österreichischen Forschungszusammenarbeit ein. Für uns ist klar: Gemeinsam können wir die großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen“, so der bayrische Staatsminster für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume.
ACCN: Österreichs nationale Antwort auf die EU Mission Cancer
Das Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) vereint die drei universitären Comprehensive Cancer Centers in Wien, Graz und Innsbruck zu einer nationalen Allianz für Exzellenz in Onkologie. Als offizieller österreichischer Partner der EU-Mission Krebs verfolgt das ACCN das Ziel, präzisionsmedizinische Versorgung, frühe klinische Studien, gemeinsame Tumorboards und nationale Bildungsprogramme aufzubauen – in enger Abstimmung mit Ministerien und europäischen Partnernetzwerken sowie Patient*innen und ihren Angehörigen.
BZKF: Fünf Jahre bayerische Krebsforschung mit Wirkung
Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, allen Bürger*innen in Bayern Zugang zu bestmöglichen, neusten und innovativen Krebstherapien zu bieten – unabhängig von ihrem Wohnort. Mit seinen sechs universitären Krebszentren in München (LMU und TUM), Erlangen, Würzburg, Regensburg und Augsburg bündelt es Forschung, klinische Innovation und Versorgungsqualität für über 13 Millionen Menschen.
Europa gemeinsam gegen Krebs
Die neue Kooperation zeigt, wie regionale Zusammenarbeit zur Umsetzung globaler Strategien wie der Mission Cancer beitragen kann. Die Kernbereiche der Kooperation umfassen dabei:
- Gemeinsame klinische Studien – v. a. in der Frühphase und Präzisionsonkologie
- Verbundene Tumorboards und biomedizinische Infrastrukturen
- Ausbildungsprogramme für onkologische Fachkräfte und Nachwuchsforscher*innen
- Gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung, Nachsorge, Prävention und Patientenbeteiligung
- Koordination grenzüberschreitender Förderprojekte auf EU-Ebene
Kürzlich feierte das https://allgemeinmedizin.medunigraz.at/\" title=\"Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung\">Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV) der Med Uni Graz sein zehnjähriges Bestehen. Im feierlichen Rahmen wurde gemeinsam mit den Festredner*innen und zahlreichen Gästen nicht nur auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Arbeit zurückgeblickt, sondern auch die Zukunft der Allgemeinmedizin und der Primärversorgung in Österreich thematisiert.
Ein Pionierinstitut feiert
Seit seiner Gründung im Jahr 2015 zählt das IAMEV zu den ersten eigenständigen Instituten für Allgemeinmedizin in Österreich. Die Entwicklung des Instituts ist eng mit dem Ziel verbunden, die hausärztliche Versorgung wissenschaftlich zu stärken und praxisnahe Forschung im Gesundheitswesen zu fördern.
Forschung mit und für die Praxis
In den vergangenen zehn Jahren wurden über 90 Projekte und Publikationen zu zentralen Themen wie Palliative Care, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen sowie Lebensqualität bei Schwindel und Rückenschmerzen realisiert. Das IAMEV arbeitet eng mit einem Netzwerk aus mehr als 200 Hausarztpraxen und Primärversorgungseinrichtungen zusammen. Die Maxime: Forschung soll dort stattfinden, wo Menschen medizinisch versorgt werden.
Starke Lehre, starke Zukunft
Auch in der Lehre hat das Institut Maßstäbe gesetzt: Zahlreiche Studierende konnten durch Projekte wie „Landarztzukunft“ früh in die Welt der Allgemeinmedizin eintauchen. Neben über 40 abgeschlossenen Diplomarbeiten wurde zuletzt der Universitätslehrgang „Primary Health Care“ etabliert, der berufsbegleitend Wissen zur modernen Primärversorgung vermittelt.
Stimmen zum Jubiläum
Rektorin Andrea Kurz würdigte das IAMEV als wichtigen Impulsgeber für eine moderne, evidenzbasierte Medizin im niedergelassenen Bereich. Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl hob in seiner Festrede die Rolle der Primärversorgung als „Rückgrat des Gesundheitssystems“ hervor und betonte die Notwendigkeit starker akademischer Strukturen wie dem IAMEV.
Der Blick nach vorne
Institutsleiterin https://ris.medunigraz.at/de/persons/b06ce13e-2331-4530-8b28-e96f943ced73\" title=\"Andrea Siebenhofer Kroitzsch\">Andrea Siebenhofer-Kroitzsch skizzierte in ihrer Rede die Zukunftsvision: Der weitere Ausbau des Forschungsnetzwerks, die internationale Zusammenarbeit sowie die Stärkung der hausärztlichen Ausbildung stehen im Zentrum. „Die kommenden Jahre sollen zeigen, dass gute Versorgung dort beginnt, wo Menschen leben – und dass Forschung dabei eine Schlüsselrolle spielt“, so Andrea Siebenhofer-Kroitzsch.
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einer Modulstruktur“ von https://ris.medunigraz.at/de/persons/22c8f667-9cfe-4d73-83ab-27a994917895\" target=\"_blank\">Norbert Jakse, Klinikvorstand der https://forschung.medunigraz.at/fodok/suchen.orgeinheit_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=201&id_in=4230\">Universitätsklinik für Zahnmedizin und Mundgesundheit.
Neue Modulstruktur
Nach der erfolgreichen Umsetzungeiner Modulstruktur im dritten Studienabschnitt des Diplomstudiums Zahnmedizin war es für die Curricularkommission Zahnmedizin ein nächster logischer Schritt, auch das sechste Semester modular zu strukturieren. Es war dies das letzte verbliebene Semester des Curriculums ohne Modulstruktur. Ausschlaggebend für die Einführung einer durchgängigen Modulstruktur waren unter anderem die Anpassung an den österreichweit ersten, in Graz entwickelten und etablierten Lernzielkatalog „Zahnmedizin“ und die Neuorganisation der Lehrveranstaltungen entsprechend aktuellen Qualitätsstandards.
Zahnmedizinische Grundlagenvermittlung
Das sechste Semester leitet von den vorklinischen ersten beiden Studienabschnitten zur klinischen Zahnmedizin im dritten Studienabschnitt über. Es soll dementsprechend für den klinischen Abschnitt relevante zahnmedizinische Grundlagen vermitteln, einer suffi zienten fachlichen Vorbereitung für die praktische Arbeit dienen und in die zahnmedizinische Forschung einführen und damit den Einstieg in ein Diplomarbeitsprojekt erleichtern. Dabei stellen die Forscher*innen der einzelnen Fachbereiche aktuelle Schwerpunkte vor und anhand potenzieller konkreter Projekten werden Grundlagen zur Erstellung eines Projektplanes bzw. einer Diplomarbeit vermittelt. Die Neuorganisation, die grundlegende Veränderungen bedeutet, wurde maßgeblich von der neuen Generation der Lehrenden gestaltet. Gemeinsam mit Fachvertreter*innen aller betroffenen Bereiche ist das auch sehr gut gelungen. Mit der durchgängig umgesetzten Modulstruktur wurden die ECTS-Bewertung neu angepasst und eine nachhaltige Flexibilität in Inhalt und Gestaltung sichergestellt. Ein weiterer wichtiger Punkt für uns war, sowohl die Studierenden- als auch die Lehrendenmobilität zu erleichtern und damit die internationale Vernetzung und die Kultur des Wissensaustausches zu fördern.
Wir gratulieren Norbert Jakse und seinem Team herzlich zu dieser Auszeichnung.
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Flüssiger Stickstoff wabert über die Ränder eines Behälters. Mit einer kleinen Pinzette zieht eine Mitarbeiterin ein Kunststoffröhrchen aus dem Behälter. Darin enthalten, der Ausgangsstoff für das künstliche Blut: menschliche Blutstammzellen. Aus ihnen können in einem komplexen Vorgang und der richtigen Nährlösung neue rote Blutzellen entstehen.
Am https://blutgruppenserologie.medunigraz.at/\" target=\"_blank\">Universitätsklinikum für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der Med Uni Graz wird seit zehn Jahren an künstlich hergestelltem Blut geforscht. Das vorrangige Ziel der Forschungsgruppe: Rote Blutkörperchen im Labor herzustellen, die genauso funktionieren, wie jene im menschlichen Körper. Damit kann man nicht nur Blutkonserven im Labor herstellen, sondern auch Krankheiten, die rote Blutkörperchen betreffen, besser erforschen.
Kultivierung im Brutschrank bei 37 Grad
Damit aus einer menschlichen Stammzelle tausende Blutzellen werden, braucht es neben der richtigen Nährlösung auch einen Brutschrank, in dem die Zellen samt Nährlösung inkubiert werden. Hinter einer dicken Tür lagern dort in Fächern hunderte Schälchen. Die Temperatur liegt dauerhaft bei 37 Grad. In den Schälchen findet sich eine rötliche Lösung, die auf den ersten Blick sehr unspektakulär aussieht. Erst unter dem Mikroskop wird sichtbar, dass sich darin zahlreiche Blutzellen tummeln. Diese Art der Vermehrung ist bereits gut erforscht und gelingt im Labor bereits sehr gut.
Bleibt die Frage, warum künstliches Blut noch nicht im großen Maßstab hergestellt wird. „Das scheitert momentan einerseits an den hohen Kosten und andererseits an der biomedizinischen Technik, die wir für den industriellen Maßstab erst noch weiterentwickeln müssen.“, sagt Isabel Dorn, Leiterin der Forschungsgruppe an der Med Uni Graz.
Denn um die Blutzellen in einem größeren Maßstab produzieren zu können, muss die Produktion zunächst in einen Bioreaktor verlagert werden. Das ist ein Gefäß, in dem die Zellen in der Nährlösung dauerhaft gerührt werden. Zudem werden ständig die Begebenheiten erhoben, wodurch im Endeffekt bessere Bedingungen und ein niedriger Verbrauch an Nährlösung erreicht werden sollen. Damit wäre die Produktion laut Isabel Dorn langfristig viel wirtschaftlicher.
Bioreaktoren müssen an Blutzellen angepasst werden
Auch im Labor der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin steht ein kleiner Bioreaktor. Ein zylinderförmiges Gefäß mit einem Rührstab, das an zahlreiche Schläuche angeschlossen ist. „Die Bioreaktoren, die es aktuell am Markt gibt, wurden etwa für große Bakterienkulturen entwickelt. Rote Blutkörperchen verhalten sich jedoch anders und sind deutlich empfindlicher. Deswegen benötigen wir aufeinander angepasste Systeme“, sagt Isabel Dorn. Zudem sind die erzielten Erfolge aus dem Brutschrank nicht eins zu eins auf die Produktion im Bioreaktor übertragbar, denn während die Zellen im Brutschrank nicht bewegt werden, müssen sie im Bioreaktor zunächst das ständige Rühren überleben.
Dass die Zellen überhaupt so stabil sind, dass sie den Prozess der Vermehrung überleben, darf sich das Labor der Med Uni Graz auf die Fahnen heften. Denn ohne ihren Durchbruch 2020 würde es die gesamte internationale Forschung auf dem aktuellen Level nicht geben. Bis dahin waren die gezüchteten Blutzellen sehr fragil und sind noch in der Kulturschale zerfallen. Während sich die anderen Forschungsgruppen auf der Suche nach der Ursache auf die Proteine gestürzt haben, entschied die Grazer Forschungsgruppe sich auf die Fette als Ursache zu fokussieren und lag damit goldrichtig.
Pluripotente Stammzellen als Alleskönner
Aktuell könne man im Labor Zellen ungefähr in einem Maßstab von 100.000-facher Vermehrung kultivieren. Das heißt, aus einer Stammzelle können 100.000 rote Blutzellen generiert werden. In einem Routine-Maßstab im Labor kann man so schlussendlich etwa 500 Millionen Zellen generieren. Für eine Blutkonserve bräuchte man aber nochmals das Zehntausendfache an Zellen, so dass die Kosten hierfür aktuell noch mehrere tausend Euro betragen.
Neben der Kultivierung von sogenannten adulten Stammzellen forscht man an der Med Uni Graz auch an sogenannten induziert pluripotenten Stammzellen. Der große Unterschied: Während sich adulte Stammzellen, wie Blutstammzellen, nur mehr zu Blutzellen entwickeln können, können sich pluripotente Stammzellen, auch embryonale Stammzellen genannt, noch in jeden Zelltyp entwickeln. Da die Forschung an embryonalen Stammzellen aber ethisch problematisch und in Österreich verboten ist, da hierfür Embryonen zerstört werden, forscht man in Graz an induziert pluripotenten Stammzellen.
Das sind ausgereiften Körperzellen, die in das Stadium einer embryonalen Stammzelle zurückversetzt werden können. Der große Vorteil daran ist, dass diese Zellen im Gegensatz zu Blutstammzellen das Potenzial haben sich unendlich zu vermehren. Zudem kann man diese Zellen aus beliebigem Gewebe jedes Menschen herstellen. „So könnten wir Patient*innen spezifische Zelllinien herstellen, um bestimmte Erkrankungen gezielt zu untersuchen oder Medikamente individuell für den Patienten auszutesten“, so Isabel Dorn. Zudem kann man mit diesen Zellen auch Eigenblut für Patient*innen herstellen.
Bis das künstlich hergestellte Blut aber im großen Maße verwendbar ist, wird es noch einige Zeit dauern. „Von Seiten der Technik bedarf es noch enormer Anstrengungen in Forschung und Entwicklung, um rote Blutkörperchen im großen Maßstab zu generieren. Ich würde sagen, dass die Herstellung im Bioreaktor in fünf bis zehn Jahren realistisch ist“, sagt die Leiterin der Forschungsgruppe. Aber selbst wenn das geschafft ist, muss das Blut aus dem Labor noch eine Zulassung als Arzneimittel bekommen, um tatsächlich Patient*innen verabreicht werden zu können. „Das ist ein weiter Weg, da Blut in Österreich ein Arzneimittel ist und strengen gesetzlichen und behördlichen Regelungen unterliegt“, fügt Isabel Dorn hinzu..
Letzter Schritt der Ausdifferenzierung fehlt noch
Ein kleines Hindernis gibt es zudem noch: Der allerletzte Reifungsschritt der Blutzellen, der im Körper passiert, funktioniert im Labor noch nicht. Laut der Forscherin sind die Zellen auch ohne diesen letzten Differenzierungsschritt in der Anwendung unbedenklich. Das Problem ist aber: Zellen in dieser Vorstufe verhalten sich nicht ident mit jenen voll ausgereiften der Blutspender*innen. Daher könnte man Beutel und Lagerungsbedingungen nicht vollends übernehmen und auch die Zulassung wäre nochmals ein anderer, weiterer Weg.
Dass Blut aus dem Labor menschliche Blutspenden irgendwann ersetzen kann, glaubt die Expertin dennoch nicht. „Ich persönlich glaube, dass unsere kultivierte rote Blutzellen zukünftig Engpässe bei schwer zu versorgenden Patient*innen überbrücken können, indem wir Blut für Patient*innen herstellen können, die eine sehr seltene Blutgruppe haben und komplexe Immunisierungen gegen fremde Blutgruppenmerkmale aufweisen“, sagt Isabel Dorn.
Textnachweis: Marie Miedl-Rissner, Kleine Zeitung vom 10.07.2025
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Die Plenarsitzungen wurden von der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften (LSMU) im Emmanuel-Levinas-Zentrum organisiert. Das viertägige Treffen vom 19. bis 22. Mai war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur gemeinsamen Erarbeitung der endgültigen Version der Projektinstrumente für einen intelligenten, risikobasierten „Schutzschild“ gegen Dickdarmkrebs.
Die Veranstaltung begann mit einem tiefen Einblick in die litauische Gesundheitsforschungslandschaft, einem Rundgang über den LSMU-Campus und hochkarätigen Vorträgen führender Wissenschafter*innen, darunter Vaiva Lesauskaitė, Vizerektorin für Forschung, Juozas Kupčinskas, Leiter der Gastroenterologie Forschung, Dainius Vajauskas vom Kernforschungszentrum und Julius Mačiulaitis, der den Erfolg der LSMU bei Innovationen in der regenerativen Medizin hervorhob.
In interaktiven Workshops konnten sich die Partner*innen über die Durchführung klinischer Studien, die Systemarchitektur, geistige Eigentumsrechte und Kampagnen zur Sensibilisierung der Bürger*innen abstimmen.
Am dritten Tag nahmen die Teilnehmer*innen an einem ganztägigen Labortest teil und gaben Feedback zu allen ONCOSCREEN-Tools aus der Perspektive von Patient*innen, Kliniker*innen und politischen Entscheidungsträger*innen. An den drei oben genannten Gruppen nahmen sowohl Projektpartner*innen als auch externe Stakeholder teil, um den Co-Design-Ansatz durch externes Feedback zu verstärken. Die Instrumente zielen darauf ab, Screening-Ansätze zu personalisieren und gleichzeitig eine ethische und datenschutzkonforme Umsetzung zu gewährleisten.
Darüber hinaus wurde ein Oncological Living Lab Day mit Co-Learning- und Co-Creation-Panels für eine Reihe von Herausforderungen organisiert, die aktives Bürgerengagement, innovative öffentlich-private Finanzierungsmodelle, politische Reformen und die Verbesserung klinischer Leitlinien betreffen. Die Teilnehmer*innen kamen überein, den öffentlichen Dialog über die interessierenden Themen fortzusetzen, um zu konkreten Empfehlungen zu gelangen.
Der Projektkoordinator Anaxagoras Fotopoulos von EXUS AI Labs kommentierte das Treffen wie folgt: \"Bei dieser Plenarsitzung ging es nicht nur darum, über Fortschritte zu berichten, sondern auch darum, Nutzer*innen - Patient*innen, Kliniker*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Technologieanbieter - sinnvoll in den Dienst einer ehrenwerten Sache zu stellen. Der Rettung von Leben. Wir haben bei unserem Treffen wirklich Herausforderungen gelöst und unsere nächsten Aktionen geplant, um unseren Fortschritt voranzutreiben. Jetzt ist es an der Zeit, die Lösungsfindung zu beschleunigen und unsere Ergebnisse im Hinblick auf die Nutzung der Ergebnisse auszubauen.\"
ONCOSCREEN ist ein visionäres, mit 14 Millionen Euro dotiertes Horizon-Europe-Projekt, an dem fast 40 Partner*innen aus der ganzen EU beteiligt sind. Das Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, Screening-Systeme der nächsten Generation zu entwickeln, die KI, genomische Biomarker, Bürgerfeedback und politische Erkenntnisse integrieren, um eine frühzeitige, personalisierte und effektive Darmkrebserkennung zu ermöglichen.
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